Predigt aus dem Jahre 1987/ 88





20.06.2019

Fronleichnam (B) :

Wenn wir am Festtag Fronleichnam, dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi auf allen Straßen unsrer Großstädte wie auch der Dörfer in Prozessionen dahinpilgern und unsere Jubellieder singen, gedenken wir der vier Prozessionen, die Jesus während seines Erdenwandels durch Palästina gewandert ist:
Es war am Palmsonntag, da der Meister mit seinen Aposteln von Bethanien in die Heimstätte seines Vaters in Jerusalem pilgerte. Diese Prozession vollziehen auch wir, wenn wir am Palmsonntag mit Palmenzweigen in den Händen unserem König Freudenpsalmen singen auf dem Weg zu unserem Gotteshaus.
Es war vier Tage später, da der Meister wiederum mit seinen Freunden wanderte zum Abendmahlssaal, um sich dort in der Gestalt des Brotes ihnen zu schenken als Speise ihrer Seele. Diese Prozession vollziehen auch wir, wenn wir am Gründonnerstag den Herrn in seiner Brotgestalt begleiten auf dem Weg vom Opferaltar zum Tabernakel am Seitenaltar.
Es war am Karfreitag, nur einen Tag später, da der Herr unter der Last des furchtbaren Kreuzes zur Hinrichtungsstätte wankte. Diese Prozession vollziehen auch wir, wenn wir mit dem Priester auf das Kreuz schauen und beten: „Seht das Kreuz, an dem gehangen das Heil der Welt. Kommt, lasset uns anbeten!“
Es war am Ostertag, da das Himmelslicht in das Dunkel des Grabes fiel und der Tag begann, der keinen Sonnenuntergang kennt. Diese Prozession vollziehen auch wir, wenn in der Osternacht in das Dunkel der Kirche Christus in der Gestalt der Osterkerze getragen wird, und wir dankbar bekennen: „Lumen Christi. Deo gratias.“
In der Prozession am heutigen Fronleichnamstag wandert nun Christus mit uns durch die Straßen und Gassen unseres Dorfes. Eröffnen wir ihm unser Herz und rufen wir ihm zu: „Denke in mir, bete in mir, liebe in mir, leide in mir, blicke aus mir, rede aus mir, handle aus mir, wirke aus mir! Strahle aus durch mich, ermutige durch mich, hilf durch mich, stärke durch mich! Bediene dich meiner Hände! Schreite mit meinen Füßen weiterhin über die Erde, um im Heiligen Geiste sie heimzuholen zum Vater, auf dass Gott alles in allem sei.“
(August Berz)