Tagesheiliger, Spruch des Tages





Tagesheilige 2018




21.09.2018

Hl. Matthäus
Apostel, Evangelist, Märtyrer
† nach 42 in Parthien in Mesopotamien (?)



Matthäus, nach der Überlieferung der Verfasser des ersten Evangeliums, war Zöllner in Kafarnaum, wahrscheinlich im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2, 14: vgl. Lk 5, 27); bei Mt 9, 9 und in den Apo¬stellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „... Ich bin gekommen, um die Sün¬der zu rufen, nicht die Gerechten.“ - Später soll Matthäus in Äthio¬pien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt haben. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.



20.09.2018

Hl. Andreas Kim Taegon
Priester, Märtyrer
* 1821 in Taegõn in Korea
† 16. September 1846 in Seoul in Südkorea



Der katholische Glaube kam Anfang des 17. Jh. durch christliche Laien nach Korea. Während 200 Jahren wurden die Gemeinden ohne Hirten nur von Laien betreut. In drei grausamen Verfolgungen (1839, 1846 und 1866) erlitten 103 christliche Koreaner das Martyrium, unter ihnen der erste koreanische Priester Andreas Kim Taegon.



19.09.2018
Hl. Januarius
Bischof von Neapel (oder Benevent), Märtyrer
* in Neapel (?) in Italien
† um 300 in Pozzuoli bei Neapel in Italien



Januarius (Gennaro) war Bischof von Neapel (oder von Benevent), als die Verfolgung des Kaisers Diokletian ausbrach. Er soll mit mehreren anderen um 300 in Puteoli (Pozzuoli) enthauptet worden sein: Seine Reliquien befinden sich seit 1497 in Neapel. Über das berühmte „Blutwunder“ des Januarius gibt es Nachrichten seit dem Jahr 1389. Es kann heute noch beobachtet werden und besteht darin, dass das Blut des Heiligen wieder flüssig wird, wenn das Gefäß mit dem trockenen Blut in die Nähe des Kopfes gebracht wird.
Das Blutwunder ist von der Kirche nicht offiziell als Wunder anerkannt.



18.09.2018
Hl. Joseph von Copertino
Ordensmann, Mystiker
* 17. Juni 1603 in Copertino in Italien
† 18. September 1663 in Osimo in Italien



Joseph, Sohn von Felice Desa und Franceschina Panaca, wurde in einem Stall gegenüber seinem elterlichen Haus geboren, weil das Haus kurz zuvor verpfändet worden war. Im Alter von 7 Jahren zeigte sich eine Krebsgeschwulst an einer Pobacke, er war gezwungen, die Schule zu verlassen. Als er ein Handwerk erlernen wollte, war ihm wieder kein Erfolg beschieden; er fühlte sich als ein Außenseiter. In ihm keimte der Wunsch, Gott zu dienen, aber der Franziskanerorden lehnte seine Aufnahme ab. Im August 1620 konnte er ins Kapuzinerkloster in Martina Franca in Apulien eintreten, aber nach acht Monaten wurde er auch dort wegen angeblicher Unfähigkeit entlassen. Er hatte nicht den Mut, nach Hause zurückzukehren und versteckte sich an verschiedenen Orten der Umgebung, schließlich ging er ins Santuario della Madonna della Grottella nahe Copertino, wo ihm der Franziskaner Padre Caputo für sechs Monate ein Versteck gewährte, bis er auch von den anderen Mönchen als Mitbruder im Franziskaner-Drittorden anerkannt wurde.
Joseph arbeitete als Helfer in verschiedenen Diensten, gleichzeitig lernte er nun lesen und schreiben, absolvierte dann trotz seiner Schwierigkeiten mit der lateinischen Sprache das Studium und wurde 1628 zum Priester geweiht. Am 4. Oktober 1630, während der Feiern zum Fest des hl. Franziskus, geschah es, dass Joseph bis auf die Höhe der Kanzel angehoben wurde und den Atem einer anderen Dimension, der himmlischen Luft, verspürte. Der ekstatische Flug brachte die Fähigkeit mit sich, ins Innerste der vor ihm Stehenden zu blicken und sich mit Tieren zu verständigen. Dies zog Menschen an, die ihn berührten, um Heilung, Hilfe, Trost oder Verständnis zu finden. Die Inquisition begann alsbald ihre Untersuchung, befahl Joseph nach Neapel und prüfte ihn mehrere Male an verschiedenen Orten, ohne zu einer endgültigen Entscheidung zu gelangen; schließlich versetzten sie ihn ins Kloster nach Assisi, wo er 14 Jahre blieb. Auch hier schwebte er vor den Augen der Zuhörer, um ihnen von oben das Evangelium zu verkündigen. Vom Volk wurde er zunehmend gesucht und verehrt, sein Ruhm breitete sich aus, deshalb wurde er nun in das kleine Kapuziner-Bergkloster Pietrarubbia versetzt, wo er auf Anweisung der Inquisition seine Zelle nur zur Feier der Heiligen Messe verlassen durfte. Wenig später musste er ins Kapuzinerkloster nach Fossombrone umziehen, das hoch auf einem Felsen über einem Fluss lag. Dort wurde er von den Mitbrüdern mit außergewöhnlicher Wärme empfangen.
Die Franziskaner richteten an den neuen Papst Alexander VII. die Erwartung, dass Joseph wieder in ein Kloster ihres Ordens geschickt werde. 1657 kam er deshalb ins Kloster nach Osimo - wo er mit Freuden sah, dass er nur wenige Kilometer entfernt war vom fliegenden Haus der Maria in Loreto. Wieder durfte er seine Zelle nicht verlassen; erst nach dem Abendessen kamen die Brüder zu ihm um die Verse zu singen, die er gedichtet und komponiert hatte, und um ihn in großen und kleinen Dingen um Rat zu fragen. Auch wurde er immer wieder in die Luft erhoben, zuletzt kurz vor seinem Tod. Schließlich erkrankte Joseph an einem Fieber, das ihn zu seiner endgültigen Himmelsreise führte.
Joseph wurde in der Kirche seines Klosters in Osimo bestattet, an seinem Grab ereigneten sich weitere Wunder, es wurde zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte. Die Kirche ist heute ein Heiligtum für Joseph und päpstliche Basilika. Im Kloster können die Räume, in denen Joseph lebte, besichtigt werden.
Zur Seligsprechung 1753 erwarben Mönche Josephs Elternhaus in Copertino und wandelten es in eine Kapelle um. Nach Josephs Seligsprechung wurde 1754 begonnen, über dem Stall, in dem er direkt gegenüber seinem Elternhaus geboren wurde, eine ihm geweihte Kirche zu errichten.



17.09.2018
Hl. Hildegard von Bingen
Klostergründerin, Äbtissin bei Bingen, Mystikerin
* um 1098 in Bermersheim in Rheinland-Pfalz
† 17. September 1179 auf dem Rupertsberg bei Bingen in Rheinland-Pfalz



Hildegard wurde 1098 in Bermersheim (nördlich Alzey) geboren. Sie war das zehnte Kind des Edelfreien Hildebert und seiner Gattin Mech¬tild. Das Mädchen war schwächlich, aber lebhaft und fröhlich, und das blieb sie ihr Leben lang. Schon als Kind sah sie mehr als andere Menschen. Zur Erziehung wurde sie zu Jutta von Spanheim auf den nahe gelegenen Disibodenberg gebracht. Als Jutta, die Meisterin der Klause, 1136 starb, wurde Hildegard ihre Nachfolgerin. 1150 zog sie mit ihren inzwischen zahlreicher gewordenen Nonnen in das von ihr erbaute Kloster Rupertsberg bei Bingen. Um 1165 besiedelte sie das damals leer stehende Kloster Eibingen oberhalb von Rüdesheim.
Schon auf dem Disibodenberg hatte sie auf Gottes Geheiß angefangen, ihre in wachem Zustand empfangenen Visionen und Einsichten niederzuschreiben. Sie, die sich „ungelehrt“ und „armselig“ nannte, war in Wahrheit eine hoch begabte, ja geniale Frau. Ihr Erstlingswerk nannte sie „Scivias“ - „Wisse die Wege (Gottes)“. Durch ihre Schriften, Briefe, Predigten und Prophezeiungen wurde sie bald eine bekannte Persönlichkeit. Sie stand in Briefwechsel mit Päpsten und Königen; aber auch arme und einfache Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Offenheit für die Fragen und Nöte der Welt und tiefe Gottverbundenheit waren für sie keine Gegensätze. Immer lebte sie im Licht Gottes; ihn fand sie in allen Dingen wieder: in den Steinen, Tieren, Menschen. Die Kraft ihrer Schau wurde geformt durch die Heilige Schrift, die Liturgie und die Kirchenväter. In allem aber blieb sie der demütig staunende Mensch. Hildegard starb am 17. September 1179.
Eine Kanonisation wurde 1235 von Papst Gregor dem IX. eingeleitet, aber nicht zu Ende geführt, ebenso ein zweiter Versuch durch Papst Innozenz IV; beide Male scheiterte die Heiigsprechung an Kompetenzstreitigkeiten. Doch wurde Hildegard 1548 in das Martyrologium Romanum aufgenommen. Papst Benedikt verfügte am 10. März 2012, Hildegard in den Heiligenkalender aufzunehmen; am 7. Oktober schließlich wurde sie von ihm zur Kirchenlehrerin (Doctor ecclesiae universalis) ernannt und somit ihre Verehrung auf die Weltkirche ausgedehnt.
Ihre Reliquien befinden sich in Eibingen.



16.09.2018
Hl. Cyprian
Bischof von Karthago, Märtyrer
* um 200 in Karthago, dem heutigen Vorort von Tunis in Tunesien
† 14. September 258 daselbst



Cyprian war in seiner Zeit der angesehenste Bischof von Nordafrika. Kurz nach 200 geboren, wurde er Lehrer der Rhetorik; um 248 wurde er zum Bischof von Karthago gewählt. Während der Verfolgung des Decius regierte er seine Diözese von einem Versteck aus. Er erwarb sich theologisches Wissen durch das Studium der Heiligen Schrift und der Väter. Er selbst hat mehrere Schriften verfasst, darunter eine Erklärung des Vaterunsers. Sein Amt verwaltete er mit Güte und Festigkeit, und er wurde allgemein geliebt und verehrt. In der Frage, ob die von Ketzern gespendete Taufe gültig sei, stellte er sich gegen den Papst Stephan I., der diese Taufen anerkannte. Bevor es aber zu einer Spaltung kam, starb Cyprian in der Verfolgung des Valerian den Märtyrertod am 14. September 258.



15.09.2018
Hl. Katharina
Mystikerin
* 1447 in Genua in Italien
† 15. September 1510 daselbst



Caterina war eine Tochter der adligen Familie Fieschi, aus der auch die beiden Päpste Innozenz IV. und Hadrian V. stammten. Ihr Vater war Vizekönig von Neapel. Obwohl sie in ein Kloster eintreten wollte, wurde sie mit 16 Jahren mit dem Genueser Edelmann Giuliano Adorno verheiratet, dem Glaube und Religion nichts galten und der allein den Vergügungen nachjagte. Sie dagegen wandte sich immer intensiver dem Glauben zu. Im Jahr 1474 kündigte ihr eine Vision eine baldige Veränderung an. Tatsächlich verlor ihr Mann sein Vermögen und wurde fromm. Katharina wurde Krankenpflegerin im Frauenhospital Pammatone in Genua, wo sie sich rastlos aufopferte, besonders während zweier Pestepidemien. 1491 übernahm sie die Leitung des Krankenhauses. Sie kasteite sich, während der Fastenzeit ernährte sie sich nur von der hl. Kommunion. Ihre wundervollen Offenbarungen gab sie in ihren beiden Büchern "Dialoge von Seele und Körper" sowie "Abhandlung über das Fegefeuer" wieder. Das Fegefeuer ist für sie zwar ein Ort des Leidens, aber die Seelen sind dort von Freude erfüllt, weil sie sich von Gott geleitet wissen, deshalb verstärkt sich der Schmerz, aber auch die Freude, je näher der Zeitpunkt ihrer Erlösung heranrückt

Durch ihre mystischen Schriften wurde sie über Genua hinaus in Italien und Frankreich bekannt.
Katharina ist Patronin der Stadt Genua und seit 1944 Zweitpatronin der italienischen Krankenhäuser. 1737 wurde sie von Papst Klemens XII. heilig gesprochen.



14.09.2018
Hl. Albert von Jerusalem
Bischof von Vercelli, Patriarch von Jerusalem, Märtyrer
* um 1150 in Gualtieri in Italien
† 14. September 1214 in Akko in Israel



Albert Avogadro wurde Mitglied im Kreuzritterorden in Mortara und wurde dort 1180 Prior. 1184 wurde er zum Bischof von Bobbio ernannt, 1185 wurde er Bischof von Vercelli und ab 1206, nach einer Wallfahrt, lateinischer Patriarch von Jerusalem. Er verfasste die Regel der Einsiedler bei der Eliasquelle am Berg Karmel, aus der sich die Regel des 1274 entstandenen Karmeliterordens entwickelte: Inneres und äußeres Schweigen, beständiges Gebet und kontemplative Betrachtung der Bibeltexte sind ihre Grundprinzipien. Auf dem Weg zum 4. Laterankonzil in Rom wurde Albert von einem Gegner während einer Prozession ermordet.

13.09.2018
Hl. Johannes Chrysostomus
Patriarch von Konstantinopel, Kirchenvater
* gegen 350 in Antiochia, heute Antakya in der Türkei
† 14. September 407 in Pityus in Kolchis, dem heutigen Sochumi in Georgien



Johannes mit dem Beinamen Chrysostomus (Goldmund), der große Prediger und Seelsorger, wurde gegen 350 in Antiochien geboren. Ein heidnischer Philosoph, der die Mutter des Johannes kennen gelernt hatte, rief aus: „Was für wunderbare Frauen findet man bei den Christen!“ Johannes studierte ausgiebig antike Rechtswissenschaft und Rhetorik. 369 empfing er die Taufe, 374 schloss er sich für einige Jahre einer Eremitengruppe auf einem Berg in der Nähe von Antiochien an. 386 wurde er Priester; bald wurde er durch seine Predigten berühmt, die geradezu einen politischen Machtfaktor darstellten. 397 wurde er als Patriarch nach Konstantinopel geholt. Er lebte weiterhin einfach wie ein Mönch, predigte, erklärte die Heilige Schrift, sorgte für die Armen und die Kranken.



12.09.2018
Maria-Mariä Namen



Im Jahre 1513 erhielt die Diözese Cuenca in Neukastilien in Spanien die Erlaubnis zur Feier eines Festes zu Ehren des heiligen Namens Mariä. Bald baten auch andere Diözesen um dieses Vorrecht. Nach dem Sieg über die Türken bei Wien 1683 wurde der Tag durch Papst Innozenz XI. als Fest für die ganze Kirche eingeführt: Am 15. August hatte sich Polenkönig Jan III. Sobieski zusammen mit Karl V. Leopold von Lothringen, Maxilmilian Emanuel von Bayern, dem Markgrafen von Baden und dem Prinzen von Sayoyen mit einem Heer von 65.000 Mann den dreimal so starken Türken, die seit zwei Monaten Wien belagerten, entgegengestellt und dabei das Banner der Gottesmutter vorangetragen. Am 12. September 1683 kam es zur entscheidenden Schlacht, in der die Türken vernichtend geschlagen wurden. Noch im gleichen Jahr bestimmte Papst Innozenz XI. die Feier des Festes Mariä Namen am Sonntag nach Mariä Geburt für die ganze katholische Kirche.

Papst Pius X. verlegte das Fest auf den 12. September, den Siegestag. Im römischen Generalkalender von 1970 wurde dieses Fest gestrichen, da es eine Doppelung zum Fest Mariä Geburt darstellt. Im Diözesankalender für das deutsche Sprachgebiet blieb es wegen des historischen Bezugs zum Sprachgebiet erhalten, v.a. in Österreich wird dieses Fest noch heute begangen. 2001 wurde der Tag als Gedenktag wieder in den Römischen Generalkalender aufgenommen.

Früher hatten die Armen an diesem Tag das Recht, auf den Feldern liegen gebliebenes Korn zu sammeln.



11.09.2018
Hl. Johann Gabriel Perboyre
Priester, Mönch, Märtyrer
* 6. Januar 1802 in Puech in Frankreich
† 11. September 1840 in China



Johannes Gabriel wurde 1820 Mitglied im Lazaristenorden. 1830 wurde er Novizenmeister in Paris, 1835 als Missionar nach China in die Provinzen Honan und Hupeh gesandt. 1839 wurde er verhaftet.
Für Johannes Gabriel begann ein furchtbarer Leidensweg durch verschiedene Gefängnisse Chinas. Er wurde schwer gefoltert und besonders der Vizekönig von Wu-Tschang-Fu ließ seinen Haß auf Christen an ihm aus.
Nach über einem Jahr wurde er am 10.11.1889 an einem Kreuzesbalken aufgehängt und erdrosselt.
Johannes Paul II sprach ihn am 2. Juni 1996 heilig. Dabei hatte er auch die vielen christlichen Märtyrer Chinas im Blick.

10.09.2018
Sel. Sebastian Kimura
Ordenspriester, Märtyrer
* 1565 in Hirado in Japan
† 1622 in Nagasaki in Japan



Sebastian Kimura, geboren in Hirado in Kyushu, war der Enkel des ersten von Franz Xaver (hl., Gedenktag: 3.12.) getauften Japaners. Schon als Kind wollte er sich Gott zur Verfügung stellen und für die Kirche arbeiten, deshalb wurde er bereits mit 12 Jahren Laienhelfer bei den Jesuiten, mit 19 Jahren trat er in den Orden ein. Nach einjährigem Noviziat wird er nach Kyoto zum Predigen gesandt, 1587 kehrt er für seine weitere Ausbildung zurück nach Kyushu. Ab 1595 oder 96 studiert er in Macao Theologie, nach seiner Rückkehr 1601 wird er in Nagasaki zum Priester geweiht. Nun wirkt er an verschiedenen Orten in Kyushu. Zeitgenossen beschreiben ihn als ungewöhnlich eifrigen und pflichtbewussten Missionar, der auch in der allergrößten Arbeitsbelastung nie das Gebet vernachlässigte, dessen Bestreben es war, möglichst viele Menschen für Gott zu gewinnen; keine Gefahr konnte ihn von seinem Werk abhalten.

1614 brach die zweite große Welle der Christenverfolgung in Japan aus (der ersten fielen u.a. Paul Miki und die 26 Märtyrer von Nagasaki zum Opfer, deren Gedenktag im deutschsprachigen Raum am 6. Februar gefeiert wird). Die Geschichte der Christenverfolgung in Japan weist viele Parallelen zur Christenverfolgung im Römischen Reich auf, u.a. darin, dass Christen als Staatsfeinde verfolgt wurden, auf Denunziation hin, dass die gefangenen Christen besonders grausam behandelt und hingerichtet wurden und dass die meisten - es waren mehrere tausend Opfer - mit Freude für ihren Glauben starben.

Pater Kimura konnte trotz der Verfolgung, wenn auch unter ständiger Lebensgefahr, noch im Untergrund wirken und 1620 sogar noch seine ewigen Gelübde ablegen. 1621 wurde er verraten und mit anderen verhaftet. Man brachte sie in ein Gefängnis in den Bergen, in dem schon andere Gefangene untergebracht waren. Auf einem Raum von ca. 35 qm wurden 32 Menschen gefangen gehalten, unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen, die Ernährung war so berechnet, dass die Gefangenen am Leben blieben, aber ständig Hunger litten. Glaubwürdige Zeugen berichten, dass sie die Zeit im Gebet und mit geistlichen Gesprächen verbrachten. Ein Jahr lang dauerte der Zustand an.

Am 9. September 1622 wurden die Gefangenen nach Nagasaki gebracht, wo sie mit weiteren 20 Christen hingerichtet werden sollten. Am 10. September wurden 22 von ihnen durch ein ausgesucht langes und grausames Verfahren verbrannt (es dauerte zwei Stunden, bis alle starben), die anderen enthauptet. Es waren Ordensleute und Katecheten, Ehepaare, Witwen, Jugendliche und kleine Kinder, eines erst fünf Jahre alt. Alle wollten lieber sterben, als ihrem Glauben abschwören. Das grausame Schauspiel wurde von mehreren hundert Menschen beobachtet, Christen und Nichtschristen.

Pater Sebastian Kimura war der letzte, der im Feuer starb. Berichten zufolge stand er zwei Stunden aufrecht und bewegungslos in den sich nähernden Flammen. Kurz vor dem Ende kniete er nieder und beugte das Haupt, um so dem Herrn, dem er gedient hatte, zu begegnen. Auch Nichtchristen seien überzeugt gewesen, dass nur die göttliche Gnade Sebastian Kimura und den anderen die Kraft gegeben habe, das Martyrium in dieser Haltung zu bestehen.

Mit 204 anderen Märtyrern wurden Sebastian Kimura und seine Gefährten am 7. Juli 1867 von Papst Pius IX selig gesprochen.



09.09.2018
Hl. Petrus Claver
Ordensmann, Missionar, Priester
* 1580 (oder 1581) in Verdú in Spanien
† 8. September 1654 in Cartagena in Kolumbien



Petrus trat im Alter von 22 Jahren in den Jesuiten-Orden ein. Er studierte Philosophie an der Missionsschule in Mallorca, wo ihn der Pförtner Alonso Rodriguez für die Missionsarbeit begeistern konnte. Petrus ging zunächst nach Westindien, dann nach Santa Fé bei Bogotá, schließlich nach Cartagena in Kolumbien, wo er zum Priester geweiht wurde. Cartagena war Zentrum des Handels mit Sklaven aus Afrika. 38 Jahre brachte Petrus mit unermüdlicher Hilfe für diese Sklaven zu, wirkte vor allem auch in der medizinischen Versorgung und als Lehrer, er nannte sich selbst "Sklave der Sklaven". Man sagt, er habe mehr als 300.000 Menschen getauft, schon zu Lebzeiten nannte man ihn den "Apostel der Neger".
1850 wurde er selig-, 1888 heiliggesprochen. Am 7.Juli 1896 ernannte ihn Papst Leo XIII zum Patron der Mission unter den Schwarzen. Er gilt als Schutzheiliger Kolumbiens.

Eine Schwesternschaft, die in der Afrika-Mission tätig ist, trägt heute seinen Namen.



08.09.2018
Hl. Hadrianus
Märtyrer
† um 305 in Nikomedia, dem heutigen Ízmit in der Türkei



Hadrianus musste nach der Legende als Hauptmann der römischen Armee unter Kaiser Galerius und dessen Mitregenten Maximian 23 Christen verfolgen. Deren Standhaftigkeit bekehrte ihn und führte zum eigenen Martyrium: Auf einem Amboss wurden ihm mit einer Eisenstange die Beine zerschmettert und mit einem Beil die Hand abgehauen. Seine Frau Natalia stand ihm, Mut zusprechend, bei; ihr erschien er nach seinem Tod, beschützte ihr Schiff im Sturm und verkündete auch ihr den Martertod. Sie brachte seine Gebeine nach Byzanz, heute Istanbul, wo sie beigesetzt wurden.



07.09.2018

Hl. Regina
Märtyrerin
* in Alesia, heute Alise-Sainte-Reine in Frankreich
† um 300 (?) daselbst



Regina wurde nach der Legende unter Kaiser Maximianus Herkulis gefangen genommen weil sie Christin war. Im Kerker sei ihr das Kreuz Christi erschienen, von der Erde bis zum Himmel reichend, und eine Taube darauf habe ihr die himmlische Märtyrerkrone verheißen. Ihr eigener - heidnischer - Vater habe das Todesurteil, die Enthauptung, veranlasst.
Eine andere Überlieferung kennt Regina als Opfer der Wirren in der Völkerwanderung.
Das älteste Zeugnis für Regina ist eine Metallschale aus dem 4. Jahrhundert - wohl in der Eucharistie verwendet - mit einem Fisch und ihrem eingravierten Namen. Schon um 620 wurde Regina nachweislich verehrt, aufgrund vieler Wunder gab es große Wallfahrten zu ihrem Grab, über dem im 7. Jahrhundert eine Basilika gebaut wurde. Eine im 8. Jahrhundert verfasste Leidensgeschichte nimmt Margareta von Antiochien zum Vorbild. 866 wurden Reginas Reliquien ins 12 km entfernte Flavigny-sur-Ozerain überführt. Dort entstand in karolingischer Zeit eine heute noch teilweise erhaltene Abtei; bis heute zeigt man dort ihre Ketten.
Wallfahrten nach Alise-Sainte-Reine zu einer heiligen Quelle, an der man ehedem eine heidnische Göttin verehrte, gibt es bis heute.


06.09.2018
Hl. Maginold (Magnus, Mang)
Glaubensbote im Allgäu
* um 699 bei St. Gallen (?) in der Schweiz
† um 772 im heutigen Füssen in Bayern



Maginold, zunächst mit anderen zusammen Einsiedler und Mönch im heutigen St. Gallen, wurde - nach der Vita seines Freundes Theodor - im 8. Jahrhundert der Apostel des Allgäus. Der Legende nach war er Gefährte von Kolumban und Gallus, tatsächlich war er wohl im Auftrag von Bischof Wikterp zusammen mit Tozzo und Theodor ab etwa 746 im Oställgäu tätig. Während Theodor in Kempten blieb, wirkte Maginold am oberen Lech und baute zunächst ein Bethaus in Waltenhofen, dann gründete er im heutigen Füssen eine Zelle, die von König Pippin dem Jüngeren mit Gütern ausgestattet wurde und aus der eine klösterliche Gemeinschaft wuchs.
Nach einer Reihe von Wundererzählungen überwältigte Maginold einen Drachen, der ihm den Weg versperren wollte, und zwang einen Bären, von seinen Äpfeln abzulassen. Mit seinem Stab soll er Schlangen und Bären, die die Einwohner bedrohten, vertrieben haben.
Nach dem Tod von Bischof Wikterp verfiel die Mönchsgemeinschaft, um 850 wurde sie vom Augsburger Bischof Lanto wiederbegründet; Maginolds Gebeine wurden erhoben und in die Krypta übertragen, das nach ihm benannte Benediktinerkloster St. Mang in Füssen entstand.
Maginold wurde als Apostel des Allgäus auch in Tirol, in der Schweiz sowie in Altbayern und Schwaben hoch verehrt und teilweise zu den Nothelfern gezählt. Auch heute noch wird in Schussenried und Wangen im Allgäu ein silberner St.-Mang-Stab bei Bittprozessionen gegen Flurschäden über die Felder getragen.



05.09.2018
Hl. Teresa (Mutter Teresa)
Ordensgründerin, "Engel der Armen"
* 27. August 1910 in Skopje (Скопје) in Mazedonien
† 5. September 1997 in Kalkutta in Indien



Agnes (Anjezë) Gonxhe Bojaxhiu wurde als Tochter eines Bauunternehmers der albanischen Bevölkerungsgruppe geboren und katholisch getauft. Als sie neun Jahre alt war, starb der Vater überraschend. Immer stärker verspürte das Mädchen den Wunsch, sich in der Mission zu engagieren. Im Alter von 18 Jahren schloss sie sich unter dem Einfluss von Jesuiten in Letnica den Schwestern der Jungfrau von Loreto an und erhielt in Rathfarnham in Irland ihre Ausbildung als Missionarin. Anfang 1929 kam sie über Colombo, Madras - das heutige Chennai - und Kalkutta nach Darjeeling am Fuß des Himalaya-Gebirges, wo sie das Noviziat absolvierte, in den Orden aufgenommen wurde und in Erinnerung an Thérèse von Lisieux den Ordensnamen Teresa annahm.
In Kalkutta wurde Teresa zur Lehrerin ausgebildet, im Mai 1937 legte sie das Ordensgelübde ab und wurde Leiterin einer höheren Schule für bengalische Mädchen in Kalkutta. Direkt neben der Schule lag ein großes Armenviertel. Am 10. September 1937 zog Teresa sich nach Darjeeling zurück, wo sie sich entschloss, ihr Leben in Zukunft den Ärmsten der Armen zu widmen; als wichtigsten Tag ihres Lebens bezeichnete sie deshalb diesen Tag. 1946 begann sie, in Kalkutta unter den Ärmsten im Slum zu leben und zu arbeiten; dennoch dauerte es bis 1948, bis sie die Erlaubnis erhielt, den Orden zu verlassen.
1949 schloss sich ein bengalisches Mädchen Teresas Wirken an, sie eröffnete die erste Schule in einem Slum in Kalkutta. 1950 genehmigte der Papst die Gründung der Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe, die damals 12 Schwestern umfasste und deren Generaloberin Teresa wurde und bis kurz vor ihrem Tod blieb. Die Ordensschwestern verpflichteten sich, niemals für Geld oder für Wohlhabende tätig zu sein und kümmerten sich in den Elendsvierteln von Kalkutta um ausgesetzte Säuglinge, Kranke, Hungernde und Sterbende. 1952 eröffneten sie das Haus Nirmal Hriday ("Reines Herz"), ein Kranken- und Sterbehaus, um die Ärmsten von der Straße zu holen. Dort haben seitdem zehntausende Menschen Hilfe gefunden, mehr als die Hälfte haben Dank der Pflege überlebt, die anderen sind zumindest in Würde gestorben. Noch im selben Jahr konnte das Kinderhaus Shishu Bhavan, eröffnet werden. 1962 gründete Mutter Teresa die Leprakolonie Shanti Nagar, es folgte die Gründung von Schulen für Arme, von Entbindungsheimen und einem Heim für ledige Mütter.
Durch den Journalisten Malcolm Muggeridge wurde Mutter Teresa weltweit bekannt - ohne ihn hätte die Welt vielleicht nie von Mutter Teresa erfahren, schrieb nach ihrem Tod die Catholic Times. Sie erhielt zahlreiche Einladungen aus aller Welt, wodurch ihr Werk und Anliegen Unterstützung erfuhren. Die Gemeinschaft wuchs und bekam viele Spenden, besonders, nachdem Teresa 1979 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Weltweite Aufmerksamkeit erzielte schließlich auch ihre Freundschaft mit der Gattin des englischen Thronerben, Lady Diana.
Im Jahr 2007 erschien ein Buch mit überraschenden Enthüllungen und dem Titel "Komm, sei du mein Licht! Die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen von Kalkutta". Gerüchten, die von einer Nachtseite und tiefen seelischen Erschütterungen wissen wollten, sollte durch Veröffentlichung des Materials - gegen den erklärten Willen der Autorin - Einhalt geboten werden; der Herausgeber des Buches ist der Heiligsprechungs-Postulator, Father Brian Kolodiejchuk. Wer darin die mystischen Partien einer tiefen Vereinigung mit Gott überliest, ist schockiert und befremdet, Sätze zu lesen wie: "In mir ist kein Gott", oder "Wenn ich jemals eine Heilige werde, dann ganz gewiss eine Heilige der Dunkelheit. Ich werde nie den Himmel sehen ..." Solche Sätze sind Zeugnis davon, dass auch Heilige und gerade sie dunkle Stunden durchleben und kämpfen müssen. Doch niemals ließ Mutter Teresa zu, dass ihre innere Qual ihre Arbeit beeinträchtigte; das macht sie noch bewundernswerter.
Nach ihrem Tod erhielt Mutter Teresa, der "Engel der Armen", in Indien ein Staatsbegräbnis. Im Jahr 2007 unterhielt der Orden 757 Häuser der Nächstenliebe in 145 Ländern, unter anderem Heime für Sterbende, für Aids- und Lepra-Kranke, für Obdachlose und Kinder.
Am 19. Oktober 2003 wurde wurde Mutter Teresa seliggesprochen. Am 4. September 2016 wurde Mutter Teresa Heilig gesprochen.



04.09.2018
Mose
Führer des Volkes Israel aus Ägypten, Gesetzgeber, Prophet



Mose ist die herausragende Gestalt des Alten Bundes, sein Repräsentant. Die ersten fünf Bücher des Alten Testaments, die sogenannten "Fünf Bücher Moses" (Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium) galten lange Zeit als von Mose selbst geschrieben. In ihnen ist die Geschichte des Volkes Israel, ja der Menschheit von den Anfängen (Genesis) und auch Moses Geschichte aufgezeichnet. Über ihn lesen wir vor allem im Buch Exodus, über seine Geburt und Adoption durch eine ägyptische Prinzessin (als israelitischer Knabe hätte er nicht überleben dürfen), seine Hinwendung zu seinem Volk als Erwachsener, seine Berufung zum Führer seines Volkes aus der ägyptischen Knechtschaft durch Gott, der sich im brennenden Dornbusch offenbart, den Auszug, nachdem der Pharao durch Eingreifen Gottes das Volk ziehen lässt ("Ägyptische Plagen), den Durchzug durchs Schilfmeer und verschiedene Ereignisse, bei denen Mose immer wieder für das murrende und störrische Volk bei Gott vermittelnd eintreten muss. Am wichtigsten sind aber der Bundesschluss Gottes mit dem Volk Israel und die Verkündung der Zehn Gebote, die Mose auf zwei steinernen Tafeln, nachdem er auf dem Sinai mit Gott gesprochen hat, dem Volk zusammen mit anderen Gesetzen und Rechtvorschriften überbringt.
Im Neuen Testament gibt es zahlreiche Stellen, in denen Mose und die ersten fünf Bücher des AT (oft zusammen mit den Büchern der Propheten) genannt werden, auch Jesus selbst bezieht sich immer wieder auf Mose. Er bestätigt ihn, indem er sich auf "Mose und die Propheten" beruft (z.B. Lk 16, 29 und 31; 24, 27), aber führt gleichzeitig über Mose hinaus, indem er, ohne Moses Autorität in Frage zu stellen, sich selbst als den Begründer des neuen Bundes offenbart; nicht mehr das Blut von Böcken, sondern Sein Blut ist das Blut des Bundes (Mt 26, 27-28; Mk 14, 24; Lk 22, 20). Mose hat mit Gott auf dem Sinai gesprochen, und als er herabkam, strahlte sein Gesicht (Ex 34, 30-31); Jesus wird auf dem Berg verklärt - wobei Mose mit Elija anwesend ist (Elija als Vertreter der Propheten) - und Gott bestätigt ihn als seinen geliebten Sohn. Es ist eine Vorausschau der Herrlichkeit des Auferstandenen. Die Auferstehung bezeugt endgültig: Jesus ist der Christus, der Sohn Gottes, Gott.
Im Licht des christlichen Glaubens ist Mose ein Vorläufer und Vorausbild Jesu. Seine große Bedeutung spiegelt sich auch in den vielen Werken christlicher Kunst, in denen er dargestellt ist.



03.09.2018
Hl. Gregor der Große
Papst, Kirchenlehrer, Kirchenvater
* um 540 in Rom
† 12. März 604 daselbst



Gregor, aus einer römischen Patrizierfamilie stammend, wurde um 540 geboren. Er trat in den Staatsdienst und war 572/573 Stadtpräfekt von Rom. Nach dem Tod seines Vaters stiftete er in seinem Elternhaus das Andreaskloster und auf Besitzungen der Familie in Sizilien sechs weitere Klöster. Er selbst wurde Mönch im Andreaskloster. Aber bald musste er als päpstlicher Gesandter nach Konstantinopel gehen (579-585). 590 wurde er zum Papst gewählt (Bischofsweihe am 3. September). Er ordnete die kirchlichen Verhältnisse in Rom und in den Diözesen Italiens sowie in den übrigen Kirchenprovinzen; er entsandte Augustinus von Canterbury (hl., 27.5.) mit etwa vierzig Mönchen zur Mission nach England, war um die kirchliche Einheit zwischen Westen und Osten besorgt, nahm Beziehungen zu den aufsteigenden germanischen Völkern auf, ordnete und reformierte die Liturgie und fand noch Zeit, um zu predigen und Bücher zu schreiben. Es sind von ihm außerdem 854 Briefe erhalten. In seinen theologischen und kirchenpolitischen Auffassungen ist Gregor vom hl. Kirchenvater Augustinus beeinflusst: er hat viel von dem geistigen Gut der Kirchenväter an das anbrechende Zeitalter weitergegeben, das wir Mittelalter nennen. Gregor starb am 12. März 604.

„Wenn eine Seele den Schöpfer sieht, erscheint ihr die ganze Schöpfung klein. Auch wenn es nur ganz wenig ist, was sie vom Licht des Schöpfers erblickt hat, so wird ihr davon doch alles Geschaffene zu eng.“ (Gregor, Dialoge II)



02.09.2018
Sel. Apollinaris Morel
Ordensmann, Priester, Märtyrer
* 12. Juni 1739 in Prez-vers-Noréaz im Kanton Fribourg in der Schweiz
† 2. September 1792 in Paris in Frankreich



Apollinaris Morel wurde 1762 Kapuzinermönch und 1764 zum Priester geweiht. Er war dann als Lehrer und Seelsorger tätig, wurde 1774 Lektor für Philosophie und Theologie in Fribourg und Leiter des Gymnasiums in Stans. Als Missionar ging er 1788 nach Paris, wo er als Seelsorger der 5.000 Deutschen und von Gefangenen wirkte. Weil er nach der französischen Revolution den Eid auf die Zivilkonstitution verweigerte, wurde er zusammen mit Franz Urban Salins de Niart und anderen bekennenden Priestern getötet.



01.09.2018
Hl. Ägidius
Einsiedler, Gründer des Klosters St-Gilles, Nothelfer
* um 640 in Athen in Griechenland
† 1. September 720 (?) in St-Gilles in der Camargue in Frankreich



In der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts soll Ägidius, ein vornehmer Athener, in die heutige Provence gekommen sein, wo er zunächst als Einsiedler lebte; der Legende zufolge nährte ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch. Ägidius wurde bei einer Jagd vom Pfeil des Westgotenkönigs Wamba getroffen als dieser versuchte, das Tier zu erlegen. Um seine Schuld zu tilgen, gestattete der Monarch dem Verletzten, nach seiner Genesung ein Kloster zu gründen. 680 schuf Ägidius die Benediktiner-Abtei St.-Gilles, der er bis zu seinem Tod als Abt vorstand.

Die Legende ließ ihn den Sohn des Fürsten von Nîmes zum Leben erwecken. In Rom warf er unter Gebeten die ihm vom Papst für sein Kloster geschenkten Türen aus geschnitztem Zypressenholz in den Tiber, er fand sie tatsächlich nach seiner Rückkehr im Hafen seines Klosters wieder. Als ein Klosterbruder an der Jungfräulichkeit Mariä zweifelte und drei Fragen in den Sand schreib, erblühten als Antwort des Ägidius drei weiße Lilien aus dem dürren Boden.

Nach anderen Legenden bemühte sich Karl, der Große, - er lebte fast 100 Jahre später - um die Fürbitten Ägidius': Ein Engel brachte danach einen Zettel mit der bestätigten Sündenvergebung auf den Altar, an dem Ägidius sein Amt versah. Seitdem gilt Ägidius als Beistand einer guten Beichte und Vergebung und zählt als solcher zu den 14 Nothelfern. Sein Tod wurde ihm im voraus verkündet, bei der Bestattung des Entschlafenen hörten Anwesende die Chöre der Engel, die seine Seele gen Himmel trugen.

Schon im 11. Jahrhundert waren Wallfahrten zu seinem Grabe berühmt wie die nach Rom oder Santiago de Compostela. Das Kloster wurde in den Hugenottenkriegen des 16. Jahrhunderts zerstört. Die Gebeine von Ägidius liegen heute in Toulouse. Der Ägidiustag ist noch heute vielerorts ein Tag der Volksfeste.

31.08.2018
Joseph von Arimatäa
Wohltäter
† im 1. Jahrhundert



Joseph aus Arimathäa (Arimathaia, hebräisch Ramathaim, das heutige Rantis) war ein reicher Jude, wahrscheinlich ein Mitglied des Synedriums, des jüdischen Gerichts in Jerusalem, der aber zum Jünger Jesu geworden war. Nach der Kreuzigung Jesu bat er den römischen Statthalter Pontius Pilatus um den Leichnam, um ihn in sein eigentlich für sich selbst bestimmtes Felsengrab zu legen (Matthäus 27, 57 - 61).



30.08.2018
Hl. Rebekka
Frau des Isaak, Mutter von Esau und Jakob

* in Nahur bei Haran, heute Altınbasak in der Türkei
lebte ca. 2000 v. Chr.



Rebekka wurde die Frau von Isaak, des spät geborenen Sohnes von Abraham. Abraham ließ für seinen Sohn seine Großnichte Rebekka aus der alten Heimat holen, damit er keine der heidnischen Kanaaniterin heiraten musste (Genesis 24). Die Szene, wie Abrahams Knecht - oft identifiziert mit Elieser aus Gen 15, 2 - an einem Brunnen die Richtige fand - nämlich die, die ihm zu trinken gab - wurde oft dargestellt.
Dem Paar wurden die Zwillingssöhne Esau und Jakob geboren, wobei der ältere, Esau, der Liebling seines Vaters Isaak, der jüngere der Liebling der Mutter wurde (Gen 25, 28). Rebekka stiftete ihren Lieblingssohn dazu an, sich den Segen des Vaters mit einer List zu erschleichen, was er auch tat (Gen 27).
Begraben wurde Rebekka im Familiengrab in der Höhle Machpela in Hebron - dem heutigen Al Khalil in Palästina (Gen 49, 31).



29.08.2018
Hl. Sabina
Märtyrerin
† im August 120 (oder 126?) in Rom



Sabina war der Legende nach eine vornehme Römerin, die von ihrer Sklavin Seraphina zum Christentum bekehrt wurde, an den Gottesdiensten in den Katakomben von Rom teilnahm und dort getauft wurde. Nach der Festnahme und dem Märtyrertod von Seraphina wurde auch sie verhaftet und enthauptet.
Sabinas legendarische Leidensgeschichte entstand im 6. Jahrhundert, ebenfalls im 6. Jahrhundert begann ihre Verehrung. Unter Papst Cölestin I. wurde die ihr geweihte Kirche S. Sabina auf dem Aventin in Rom gebaut. 499 wird diese Basilika in Dokumenten einer römischen Synode erwähnt.



28.08.2018
Hl. Augustinus
Bischof von Hippo Regius, Kirchenvater
* 13. November 354 in Thagaste in Numidien, dem heutigen Souk Ahras in Algerien
† 28. August 430 in Hippo Regius in Numidien, dem späteren Bône und heutigen Annaba in Algerien



Über Augustinus sind wir gut unterrichtet durch seine „Bekenntnisse“ (Confessiones), in denen er seine Irrwege bekennt und die Führung Gottes preist. Er war der Sohn des Heiden Patricius und der Christin Monika (hl., 27.8.), wurde in Tagaste geboren, studierte in Madaura und Karthago und wurde Lehrer der Rhetorik in Tagaste und Karthago. 383 siedelte er nach Rom über, 384 begann er seine Lehrtätigkeit in Mailand. Mailand wurde für sein leidenschaftliches Herz und seinen suchenden Geist entscheidend. Er las Platon und lernte den Bischof Ambrosius kennen. In der Osternacht 387 empfing er die Taufe. Schon vorher hatte er sich von jener gewiss ungewöhnlichen Frau getrennt, mit der er vierzehn Jahre gelebt hatte. Nun löste er sich auch von seiner Karriere und seinem Besitz. Er kehrte nach Tagaste zurück und begann mit einigen Freunden ein klosterähnliches Leben zu führen. Aber bald „entdeckte“ ihn der Bischof von Hippo und weihte ihn 391 zum Priester. Nach dem Tod des Bischofs wurde Augustinus sein Nachfolger in Hippo. Er lebte nun mit einigen Klerikern zusammen, für die er auch eine Regel schrieb; sie enthält grundlegende Normen für das Zusammenleben einer religiösen Gemeinschaft; auch heute noch liegt sie den Regeln vieler Ordensgemeinschaften zugrunde. Augustinus starb 430, während die Vandalen seine Bischofsstadt belagerten.
Augustinus ist der bedeutendste lateinische Kirchenvater. Er schrieb außer den „Bekenntnissen“ die 22 Bücher über den Gottesstaat, philosophische und theologische Abhandlungen, Schrifterklärungen, Predigten und Briefe. Die Philosophie und Theologie des Westens, aber auch die Frömmigkeit stehen bis heute unter seinem Einfluss.

„Groß bist du, Herr, und über alles Lob erhaben. Und da will der Mensch dich preisen, dieser winzige Teil deiner Schöpfung. Du selbst regst ihn dazu an; denn du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“

„Sag mir in der Fülle deiner Erbarmung, mein Herr und mein Gott, was du mir bist! Sag zu meiner Seele: Dein Heil bin ich. Sag es so, dass ich es höre!“ (Augustinus, Bekenntnisse)



27.08.2018
Hl. Monika
Mutter des Hl. Augustinus

* um 332 in Thagaste in Numidien, dem heutigen Souk Ahras in Algerien
† im Oktober 387 in Ostia in Italien



Von der hl. Monika wissen wir nur, was ihr Sohn, der hl. Augustinus, in seinen „Bekenntnissen“ über sie berichtet. Sie wurde um 332 in Tagaste in Nordafrika als Tochter christlicher Eltern geboren und heiratete mit achtzehn Jahren den Heiden Patricius. Der Ehe entsprossen drei Kinder, von denen Augustinus das älteste war. Monika begleitete seine Entwicklung mit Freude und auch mit Sorge. Sie beweinte seine sittlichen und geistigen Irrwege und hörte nicht auf, ihn liebevoll zu ermahnen. Ein Bischof tröstete sie: „Es ist nicht möglich, dass ein Sohn so vieler Tränen verloren geht.“ Nach dem Tod ihres Mannes, der sich noch zum Christentum bekehrt hatte, folgte sie ihrem Sohn nach Rom und dann auch nach Mailand, wo er eine Professur angenommen hatte. Dort durfte sie erleben, wie Augustinus sich unter dem Einfluss des hl. Ambrosius von der manichäischen Irrlehre abwandte und sich taufen ließ. Im Herbst 387 wollten beide über Rom nach Afrika zurückkehren. Auf der Reise starb Monika, 56 Jahre alt, in Ostia bei Rom. Sie ist in S. Agostino in Rom begraben.



26.08.2018
Hl. Mirjam von Abellin
Ordensfrau, Mystikerin
* 5. Januar 1846 in Abellin bei Nazaret in Galiläa in Israel
† 1878 in Betlehem in Palästina



Mirjam war Araberin, ihre Eltern waren Christen und gehörten der katholischen Kirche des griechisch-melkitischen Ritus an. Zwölf ältere Kinder waren jung gestorben, als nach einer Wallfahrt nach Betlehem Mirjam zur Welt kam. Schon drei Jahre nach ihrer Geburt starben die Eltern, Mirjam wurde von ihrem Onkel erzogen. Im Alter von acht Jahren zog Mirjam mit ihrem Onkel nach Alexandria in Ägypten.

Kurz vor ihrem dreizehnten Geburtstag wurde sie von ihrem Onkel ohne ihr Einverständnis mit einem Bruder ihrer Tante verlobt. Acht Tage vor der Verheiratung erklärte das Mädchen, es wolle nicht heiraten, sondern Jungfrau bleiben. Einen Teil der folgenden Nacht brachte sie im Gebet vor einem Bild der Maria zu und bat um Hilfe. Im Schlaf sagte ihr eine Stimme diese Hilfe zu. Mirjam erwachte, schnitt ihre langen Haare ab und legte sie samt den Edelsteinen, die sie von ihrem Verlobten als Brautgeschenk erhalten hatte, beiseite. Inzwischen hatte ihr Onkel zum Hochzeitsmahl Freunde und Bekannte eingeladen. Nach orientalischer Sitte musste die Braut in vollem Schmuck vor den Hochzeitsgästen erscheinen, aber Mirjam brachte an Stelle der üblichen Getränke ihre mit Gold und Edelsteinen gezierten Haare. Ihr zorniger Onkel schlug sie und behandelte sie fortan wie eine Sklavin, von ihrem Beichtvater wurde ihr die Eucharistie verweigert, weil sie dem Onkel ungehorsam war.

Nachdem so die Hochzeit geplatzt war, wollte Mirjam zu ihrem Bruder nach Nazaret gehen und flüchtete zu einem früheren Diener der Familie, der dorthin reisen wollte. Dieser war Muslim und wollte Mirjam nun zum Islam bekehren, sie aber bekannte ihren Glauben an Jesus Christus. Der Mann schnitt ihr aus Zorn darüber die Kehle durch, sie überlebte aber diesen Mordversuch; Die 1 cm breite und 10 cm lange Narbe dieses Einschnittes blieb ihr jedoch ein Leben lang erhalten. Ein Arzt bezeugte später, dass es eigentlich nicht möglich ist, diese Verletzung zu überleben; Mirjam bekannte: Ich befand mich im Himmel. Die Muttergottes, die Engel und die Heiligen empfingen mich mit großer Güte und ich sah meine Eltern bei ihnen. Auch den strahlenden Thron der Heiligsten Dreifaltigkeit durfte ich sehen und Jesus in seiner Menschheit. Da sagte jemand zu mir: Du bist Jungfrau, das ist wahr, aber dein Buch ist noch nicht vollendet. Nach diesen Worten erwachte Mirjam in einer Grotte, eine Ordensfrau in hellblauen Gewändern war bei ihr, sprach sehr wenig, erwies sich als außerordentlich zartfühlend und sagte nach einigen Wochen der Pflege zu Mirjam: Du wirst nach Frankreich gehen, Karmelitin werden und in Betlehem sterben.; dann brachte sie Mirjam in ein Franziskanerkloster. 1875 erzählte Mirjam ihrem geistlichen Vater, Pater Estrade: Ich weiß jetzt, dass die Ordensfrau, die mich nach meinem Martyrium gepflegt hat, die Muttergottes war..

Mirjam arbeitete dann als Hausmädchen in Beirut, und ab 1864 in Marseille in Frankreich. Kurz nach ihrer Ankunft dort empfing Mirjam die Heilige Eucharistie und fiel daraufhin in eine viertägige Ekstase. Sie wurde anschließend in das Postulat der Josefsschwestern aufgenommen. Mit 20 Jahren empfing sie die Wundmale Christi. Die Ordensgemeinschaft verwehrte ihr die Zulassung zum Noviziat, die Oberin schickte sie zu den unbeschuhten Karmelitinnen in Pau, wo sie 1867 eintrat und den Ordensamen Maria von der Kreuzigung Jesu bekam.

Maria wurde nun zur Ordensarbeit nach Mangalore - dem heutigen Mangaluru - in Indien geschickt und legte dort 1870 ihr Gelübde ab. Immer wieder fiel sie in Ekstase, schwebte über den Boden, hatte die Fähigkeit zur Bilokation - d.h. an zwei Orten gleichzeitig zu sein - , und ihr wurden Prophezeiungen und viele Visionen zuteil. 1872 kehrte sie nach Frankreich zurück, 1875 gründete sie in Betlehem ein Karmelitinnenkloster, dann folgte eine Ordensgründung in Nazaret. Im August 1878 stürzt sie bei körperlicher Arbeit, brach sich den Arm und sah ihr Ende kommen; fünf Tage später starb sie.

25.08.2018
Hl. Patricia
Pilgerin
* in Konstantinopel, dem heutigen Ístanbul in der Türkei (?)
† 25. August um 665 in Neapel in Italien




Patricia war nach der Überlieferung eine Verwandte von Kaiser Konstans II. und lebte an dessen Hof. Sie floh nach Rom, um einer Heirat zu entgehen, verschenkte ihren Besitz und wollte eine Pilgerfahrt nach Jerusalem unternehmen, starb dabei aber schon vor Neapel.

Die Gebeine von Patricia wurden angeblich 1549 gefunden und ins Basilianerkloster SS. Nicandro et Marciano in Neapel gebracht, aus dem später ein Patricia geweihtes Benediktinerinnenkloster entstand. Den Reliquien seien zahlreiche Blutwunder zu verdanken



24.08.2018
Hl. Bartholomäus
* Anfang des 1. Jahrhunderts in Kana, möglicherweise heute Kafr Kanna in Israel
† um 51 (?) in Armenien (?)



Bartholomäus wird in den Apostellisten der drei ersten Evangelien genannt. Sein voller Name ist wahrscheinlich Natanaël Bar-Tolmai, vorausgesetzt, dass er mit dem Natanaël gleichzusetzen ist, dessen Berufung in Joh 1,45-50 erzählt wird. Diese Gleichsetzung ist nicht völlig sicher, aber sehr wahrscheinlich. Dass Natanaël ein Schriftgelehrter oder Schriftgelehrtenschüler war, lässt sich nur vermuten. Bartholomäus soll später in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitt. Seine Reliquien wurden nach der Insel Lipara und nach Benevent überführt; Kaiser Otto III. ließ sie nach Rom übertragen und auf der Tiberinsel beisetzen.



23.08.2018
Hl. Rosa von Lima
Terziarin, Mystikerin
* 20. April 1586 in Lima in Peru
† 24. August 1617 daselbst



Rosa, „Südamerikas erste Blüte der Heiligkeit“, war spanischer Herkunft; sie wurde 1586 in Lima (Peru) geboren. Ihr Taufname war Isabella, aber ihre Mutter nannte sie Rosa, „die Rose“. Schon früh waren die Gedanken des Kindes ganz auf Gott gerichtet. 1606 wurde sie Dominikaner-Terziarin wie die hl. Katharina von Siena. Sie führte ein unglaublich strenges Bußleben für die Bekehrung ihres Volkes und zur Sühne für die Bluttaten der spanischen Eroberer. Sie starb am 24. August 1617 in Lima und wird als Patronin von Lateinamerika verehrt.



22.08.2018
Hl. Philippus Benitius
Priester, Generaloberer
* 15. August 1233 in Florenz in Italien
† 22. August 1285 in Todi in Italien



Philippus aus der edlen Familie der Benizi studierte Medizin und Philosophie in Padua und Paris. Er trat 1253 in den Servitenorden ein, wurde 1259 zum Priester geweiht und 1267 fünfter Generalprior des Ordens. Er leitete den Orden mit großer Umsicht, gab ihm seine Konstitutionen und verteidigte seinen Fortbestand angesichts der drohenden Aufhebung durch die Erlässe des 2. Konzils von Lyon im Jahr 1274. Er gilt deshalb als zweiter Gründer des Ordens und hat auch den weiblichen Zweig gegründet. Er gewann viele neue Mitglieder für den Orden, insbesondere bedeutende Männer.

Einem Aussätzigen schenkte Philippus einmal sein Unterkleid; als dieser es anzog, wurde er geheilt. Überliefert wird, dass die zum Konklave versammelten Kardinäle von diesem Wunder hörten und ihn deshalb zum Papst wählen wollten. Philippus entzog sich der Wahl, indem er sich am Monte Amiata in einer Einsiedelei versteckte. Deshalb wird er oft mit der Tiara dargestellt - allerdings zu seinen Füßen, als Ausdruck dafür, dass er das Papstamt abgelehnt hat.

Im nach Philippus Benitius benannten Dom von Todi werden seine Reliquien aufbewahrt. Der Servitenorden pflegt den Brauch, am Gedenktag von Philippus Brot und Wasser zu segnen; denn die Überlieferung berichtet, dass die Ordensbrüder in Arezzo dereinst unter einer Hungersnot litten; Philippus erflehte Hilfe bei Maria, kurz darauf stand ein Korb voll von Brot vor der Klosterpforte.



21.08.2018
Hl. Pius X.
Papst
* 2. Juni 1835 Riese bei Treviso in Italien
† 20. August 1914 in Rom



Pius X. (Giuseppe Sarto) war das Kind armer Eltern; er wurde 1835 in dem Dorf Riese bei Treviso geboren, studierte in Padua, wurde 1858 Priester, 1875 Domherr in Treviso und 1884 Bischof von Mantua. „Der alte Bauernpfarrer taugt nicht zum Bischof“, sagte er damals. Aber neun Jahre später ernannte ihn Papst Leo XIII. zum Patriarchen von Venedig. Als solcher reiste er 1903 (mit Rückfahrkarte) nach Rom zum Konklave, bei dem er zum Papst gewählt wurde. Mit Widerstreben nahm er die Wahl an. Er blieb auch als Papst, was er schon immer gewesen war: ein Seelsorger. Er sah seine Aufgabe darin, „alles in Christus zu erneuern“, Liturgie, Kirchenrecht, Bibelwissenschaft: das alles förderte er mit der ihm eigenen Energie. Furchtlos nahm er auch den Kampf gegen die zeitgenössischen Irrlehren auf, die unter dem Namen Modernismus zusammengefasst werden. Er war ein großer Beter und Helfer in vielerlei Nöten. Er erlaubte und empfahl die häufige, ja tägliche Kommunion allen Ständen und Lebensaltern. Seine Güte und Lauterkeit machte tiefen Eindruck auch auf nicht kirchlich gesinnte Menschen. Er starb bald nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 20. August 1914. Er wurde 1954 heilig gesprochen.



20.08.2018
Hl. Bernhard von Clairvaux
Abt in Clairvaux, Kirchenlehrer
* um 1090 in Fontaine-lès-Dijon, dem heutigen Stadtteil von Dijon in Frankreich
† 20. August 1153 in Clairvaux - im heutigen Longchamp-sur-Aujon - in Frankreich



Bernhard, aus burgundischem Adel, wurde um 1090 geboren. Vier Jahre nach dem Tod seiner Mutter verließ er die Welt und trat 1112 mit dreißig Gleichgesinnten in das Reformkloster Cîteaux ein. Drei Jahre später wurde er an der Spitze von zwölf Mönchen zur Gründung von Clairvaux ausgesandt, das nach harten Anfängen rasch aufblühte; bis zu Bernhards Tod erfolgten von dort aus nicht weniger als 68 Neugründungen. Aber nicht nur die Fragen des Mönchtums bewegten Bernhards leidenschaftliches Herz. Er befasste sich mit den großen Problemen der Kirche; er wurde Berater von Päpsten, Fürsten und Prälaten. Im Papstschisma 1130-1138 warb er für Papst Innozenz II. in Frankreich, England, Deutschland und Italien. Papst Eugen III., vorher Mönch von Clairvaux, beauftragte ihn, den (zweiten) Kreuzzug zu predigen. Bernhard war ein großer Prediger; auch wo man seine Sprache nicht verstand, war der Eindruck seiner Persönlichkeit gewaltig. Die übermäßigen Anstrengungen erschöpften seine Kräfte. Schwierigkeiten, Misserfolge und körperliche Leiden trugen zu seiner inneren Reifung bei. Am 20. August 1153 starb er, der Mann seines Jahrhunderts, in Clairvaux. 1174 wurde er heilig gesprochen. Papst Pius VIII. ernannte ihn 1830 zum Kirchenlehrer.

„Es gibt eine Liebe der Tat und eine Liebe des Herzens, des Gefühls. Bezüglich der tätigen Liebe wurde den Menschen ein Gesetz gegeben, ein Gebot auferlegt. Wer vermöchte sie aber so im Herzen zu fühlen, wie sie geboten wird? Die eine ist also geboten und schafft das Verdienst, die andere wird uns zur Belohnung gegeben. Gewiss, wir leugnen nicht, dass man mit Gottes Gnade einen Anfang und Fortschritt der gefühlten Liebe im gegenwärtigen Leben spüren kann. Ihre Vollendung aber weisen wir ganz der künftigen Seligkeit zu.“ (Bernhard von Clairvaux)



19.08.2018
Hl. Sebald
Einsiedler, Glaubensbote in Franken
* in Dänemark (?)
† vor 1072 bei Nürnberg in Bayern



Nach manchen Überlieferungen lebte Sebaldus schon im 8. Jahrhundert bei Nürnberg.

Legenden nennen Sebaldus einen dänischen Königssohn, der seine Verlobung mit einer französischen Prinzessin löste, um nach einer Romfahrt als Glaubensbote zu wirken und als Einsiedler in der Gegend um Nürnberg zu leben. Auf der Rückkehr von der Pilgerfahrt nach Rom habe er durch eine wunderbare Brotspeisung, die ihm ein Engel darreichte, Willibald und Wunibald gerettet. Bei Vicenza hielt er eine Predigt, bei der ein lästernder Ketzer in einem Erdspalt versank, aber von ihm gerettet wurde. Einen Mann, der ihm gegen das Verbot der Heiden einen Fisch brachte und deshalb geblendet wurde, heilte er. Einen Eiszapfen verwandelte sein Gebet in Brennholz. Beistand leistete er gegen Wegelagerer und in Seenot. Ochsen spannten sich selbst vor den Wagen, um seine Leiche nach Nürnberg in das Peterskirchlein zu bringen.

Sebaldus wurde sicher vor 1070 in der damaligen Peterskirche in Nürnberg beigesetzt. Über seinem Grab wurde dann 1361 bis 1372 die Sebaldus-Kirche errichtet. Peter Vischer, berühmter Nürnberger Erzgießer der Spätgotik, schuf 1508 - 1519 das Bronzegehäuse für den Sarg des Sebaldus. Das Hindurchschlüpfen unter dem Sarg heile Gebrechen; seinen Kopf brachte man zu erkrankten schwangeren Frauen.



18.08.2018
Hl. Helena
Mutter Kaiser Konstantins
* um 249 in Drepanon, heute Hersek in der Türkei (?)
† 18. August (?) 329 (?) in Nikomedien, heute Ízmit in der Türkei



Helenas Geburtsort war wahrscheinlich Drepanum, das dann 327 zu ihren Ehren in Helenopolis umbenannt wurde - das heutige Hersek; ihr Vater war wohl ein heidnischer Gastwirt. Legenden bezeichnen sie teilweise auch als Stallmagd aus Aquitanien, als englische Königstochter oder als in Trier geboren. Sie lebte dann als Herbergswirtin in Naissus - dem heutigen Niš in Serbien. Sie wurde in nicht legitimer Ehe Gattin des späteren römischen Kaisers Konstantius I., der Mitkaiser des Christenverfolgers Diokletian war, und Mutter von Konstantin dem Großen.

Bevor Konstantius I. mit Einführung der Tetrarchie im Jahr 293 zum Kaiser des Römischen Reiches ernannt wurde, verstieß er 289 Helena wegen ihres niederen Standes, um Flavia Maximiana Theodora, die Stieftochter des Kaisers Maximianus, zu heiraten. Er machte Augusta Treverorum - das heutige Trier - zu seiner Residenz; aber Helena behielt weiterhin Einfluss.
Der neue Kaiser verlieh seiner Mutter den Ehrentitel nobilissima femina, edelste Dame. Nach Konstantins Sieg über Maxentius 312 erhielt sie einen eigenen Palast in Rom, und als Konstantin 324 die Alleinherrschaft errungen hatte, den Titel einer Augusta mit dem Vorrecht des Diadems und der Abbildung auf Goldmünzen.

312 Christin geworden, förderte sie in jeder Weise das sich ausbreitende und durch Konstantin im Edikt von Mailand 313 bestätigte Christentum. Zahlreiche Kirchenbauten werden ihr zugeschrieben, so die Kreuzeskirche in Jerusalem, im Zusammenwirken mit Bischof Makarios I. von Jerusalem die Geburtskirche in Betlehem, dazu die Apostelkirche in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - und die Marcellinus und Petrus geweihte Märtyrerbasilika an der Via Merulana in Rom.

Als Helena schon über 70 Jahre alt war, soll sie im Traum den göttlichen Befehl erhalten haben, nach Palästina zu reisen, die Heiligen Stätten zu finden und würdig auszugestalten. Wohl 326 unternahm sie ihre Wallfahrt nach Jerusalem, um die Fußspuren des Erlösers zu verehren, wie der Zeitgenosse Eusebius berichtete. Die Suche nach dem Grab Jesu war schließlich von Erfolg gekrönt; dazu fand man auch Melchisedeks Felsengruft und drei gut erhaltene Kreuze, die mehr als 300 Jahre alt gewesen sein könnten. Bischof Makarios I. von Jerusalem bezeugte die Kreuzauffindung. Auch Cyrill von Jerusalem bezeugte das wahre Kreuz und das Heilige Grab. Die Kirche über dem Garten Getsemani habe Helena als 79-jährige bei ihrer Wallfahrt gegründet.

Nachdem Helena gestorben war, wurde sie in einem Mausoleum an der Via Labicana in Rom, das vermutlich ursprünglich für Konstantinus I. gedacht war, beigesetzt. Der Leichnam Helenas soll dann von ihrem Sohn nach Konstantinopel gebracht und im 9. Jahrhundert in die Benediktinerabtei in Hautvillers überführt worden sein, wo ihr Haupt, wie auch in Trier, verehrt wird. Im 12. Jahrhundert kamen Reliquien in die Kirche Santa Maria in Aracoeli in Rom, weitere gibt es in Paris. Der prächtige Porphyrsarg gelangte - offenbar leer - in die Museen im Vatikan.
Für die Reliquien des Heiligen Kreuzes, die Helena von Jerusalem nach Rom gebracht und bis zu ihrem Lebensende in ihrem Palast verwahrt hatte, ließ Konstantin in Rom die Kirche Santa Croce in Gerusalemme bauen.



17.08.2018
Hl. Klara von Montefalco (vom Kreuz)
Äbtissin in Montefalco
* um 1268 in Montefalco in Italien
† 17. August 1308 daselbst



Klara trat im Alter von sechs Jahren in die Gemeinschaft frommer Jungfrauen ein, die unter der Leitung ihrer älteren Schwester Johanna als Reklusen in Montefalco lebten. Der Bischof von Spoleto ordnete das Leben dieser Gruppe nach der Regel des Dritten Ordens der Augustiner. 1290 wurde das Kloster eröffnet und dem heiligen Kreuz geweiht. 1295 wurde Klara Nachfolgerin ihrer Schwester als Äbtissin. Sie lebte mit strengsten Bußübungen, in großer Liebe zu anderen und mit tiefen meditativen Begabungen. Ihre spirituelle Vereinigung mit Gott zeigte sich in vielen Ekstasen, in übernatürlichen Gaben und in der Fähigkeit, Wundersames zu wirken. Als nach ihrem Ableben ihr Herz untersucht wurde, fand man, so wird erzählt, das Bild des Gekreuzigten darin abgebildet.

16.08.2018
Hl. Stephan von Ungarn
König von Ungarn
* um 969 in Gran, dem heutigen Esztergom in Ungarn
† 15. August 1038 in Székesfehérvár in Ungarn



Stephan wurde um 969 als Sohn des Arpadenfürsten Geisa geboren, von dem das bezeichnende Wort überliefert ist: „Ich bin reich genug, um den Göttern zu opfern und zugleich dem christlichen Gott zu dienen.“ Die Begegnung mit dem hl. Adalbert von Prag, von dem er vermutlich gefirmt wurde, machte auf Stephan einen tiefen Eindruck. Er heiratete 995 Gisela, die Schwester Kaiser Heinrichs II., und regierte von 997 an in Ungarn als Nachfolger seines Vaters. Zu seiner Krönung im Jahr 1000 sandte Papst Silvester II. die heute noch vorhandene und nach diesem König benannte Stephanskrone. Stephan war ein vorbildlicher christlicher Herrscher. Er befreite in seinem Land Sklaven, schuf eine kirchliche Organisation, stiftete Kirchen und Schulen. Er starb am 15. August 1038, ohne jedoch sein Werk, die Christianisierung Ungarns, gesichert zu sehen. Er wurde neben seinem Sohn, dem hl. Emmerich, in Stuhlweißenburg begraben.



15.08.2018
Hl. Mechthild von Magdeburg
Begine, Mystikerin
* um 1208 bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt
† 1282, 1285 oder 1294 in Helfta bei Eisleben in Sachsen-Anhalt



Mechthild wurde auf einer Burg groß, wo sie schon früh mit dem Minnegesang, der Lyrik und den Liebesliedern ihrer Zeit, vertraut wurde. Schon als 12-jährige wurden ihr mystische Erfahrungen durch Visionen zuteil. Um 1230 trat sie in Magdeburg als Begine einer Gemeinschaft bei, die nach den Regeln des Dominikanerordens lebte. Als geistlich, aber in der Welt lebende Frauen waren diese besonders für die Armen da, alltäglich konfrontiert mit Not und Elend der Leibeigenen, tätig an Krankenlagern oder als Strebebegleiterinnen. Mechthild sah darin ihre Aufgabe gemäß der ihr zuteil gewordenen Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen.

Die Arbeit der Beginen war in den Städten gern gesehen, soweit sie Not linderten, Trauernde trösteten und Sterbende begleiteten. Aber wenn sie Reichtum anprangerten oder gar als Frauen sich in theologischen Fragen zu Wort meldeten, machten sie sich unbeliebt. Um 1250 gibt es in Magedeburg solche Auseinandersetzungen der frommen Frauen mit dem Domkapitel. Mechthild begann in dieser Zeit, ab 1250, ihre Visionen in Versen und Hymnen schriftlich festzuhalten, indem sie sie einer Schreiberin diktierte, weil sie selbst nicht schreiben konnte. Sie wurde gewarnt, ihre Schriften könnte ein Feuer verzehren, sie solle mit dem Schreiben aufhören. Besonders ihre scharfe Kritik am Domkapitel führten zu Anfeindungen des Klerus. Wahrscheinlich wurde Mechthild vor das Kirchengericht des Domkapitels gestellt und musste sich und ihr Werk verteidigen; in ihrem Werk "Das fließende Licht der Gottheit" schrieb sie: Ich bin mir nach dem, was mir bisher geschehen ist, gewiss, dass ich noch viele Becher mit Galle austrinken muss, denn leider hat der Teufel unter den Menschen geistlichen Standes noch sehr viele Schenken, die so voller Giftes sind, dass sie es nicht allein trinken können: Sie müssen es Gottes Kindern voller Bitterkeit ausschenken (II, 24).

Mechthild flüchtete vor den Anfeindungen im Alter von 60 Jahren ins Zisterzienserinnenkloster Helfta zu Gertrud von Hackeborn, von der sie Unterstützung erfuhr und wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte. Das Kloster wurde zum Zentrum der mystischen Gotteserfahrung von Frauen und ihren daraus erwachsedenen Schriften, Mechthild zur Lehrmeisterin auch von Gertrud der Großen.
Mechthilds Visionen enthalten Einheitserfahrungen mit Gott sowie Einsichten über Gott, Welt, Menschheit und Kirche. Anregungen erhielt sie aus der damals mündlich weitergegebenen Frauenmystik, aus dem biblischen Hohenlied der Liebe und den Evangelien, dazu aus Werken von Augustinus, Bernhard von Clairvaux, Hugo von St. Victor und Pseudo-Dionysios Areopagita. Ihre kosmische und apokalyptische Schau steht in der Nachfolge der Hildegard von Bingen. Eindrucksvoll ist Mechthilds hohe poetische Bildkraft.

Mechthilds Schriften gelten als die ersten deutschen Aufzeichnungen der Mystik. Ihr Werk umfasst sieben Bücher mit dem Titel "Das fließende Licht der Gottheit"; die ersten fünf enstanden vor 1260, das sechste zwischen 1260 und 1271 das siebte zwischen 1271 und 1282. Es ist nur noch in einer 1343 - 1345 in Basel entstandenen alemannischen Übersetzung sowie einer teilweise noch zu ihren Lebzeiten entstandenen lateinischen Übersetzung in einer Handschrift aus der Zeit um 1350 überliefert.



14.08.2018
Hl. Maximilian Maria Kolbe
Ordensmann, Priester, Märtyrer
* 7. Januar 1894 in Zduńska Wola bei Lódz in Polen
† 14. August 1941 in Auschwitz, heute Oświęcim in Polen



Maximilian Maria Kolbe, geboren 7. Januar 1894 zu Zdunska-Wola in Polen, wurde Minorit und 1918 Priester, rief eine marianische Apostolatsvereinigung ins Leben und baute seit 1922 in Polen und seit 1930 in Japan die katholische Presse auf. Nach Reisen in weitere asiatische Länder, nach Italien und Lettland kehrte er 1936 nach Polen zurück. Nach dem Einmarsch der Deutschen wurde er im September 1940 gemeinsam mit weiteren Mitbrüdern ins Konzentrationslager Oranienburg gebracht, aber zunächst im Dezember desselben Jahres freigelassen. Wegen seiner unermüdlichen Medienarbeit und der Aufnahme vieler Flüchtlinge wurde er 1941 wieder verhaftet und nach Auschwitz verschleppt. Dort opferte er freiwillig sein Leben in Stellvertretung für einen jungen polnischen Familienvater.



13.08.2018
Hl. Pontianus und Hl. Hippolyt



Hl. Pontianus
Bischof von Rom, Märtyrer
* in Rom
† 236 auf Sardinien in Italien

Hl. Hippolyt
Priester, Märtyrer
* um 170 in Kleinasien oder Alexandria in Ägypten
† im August 236 (?) auf Sardinien in Italien
Pontianus war 230-235 Papst. In der Verfolgung des Maximinus wurde er 235 zusammen mit Hippolyt nach Sardinien verbannt, wo er bald starb. Sein Todestag ist unbekannt.

Hippolyt stammte aus Kleinasien oder Alexandrien, war Schüler des Irenäus und ein gelehrter Theologe und Schriftsteller. Als 217 Kallistus zum Papst gewählt wurde, ließ sich Hippolyt, der sich ihm geistig überlegen fühlte, zum Gegenpapst wählen und beschuldigte Kallistus der Irrlehre. Die Spaltung dauerte noch unter Pontianus an und ging erst zu Ende, als Hippolyt, kurz vor seinem Tod in den Bergwerken von Sardinien, auf seine Ansprüche verzichtete und zur Einheit der Kirche zurückkehrte.



12.08.2018
Hl. Johanna Franziska Frémyot de Chantal
Ordensgründerin
* 28. Januar 1572 in Dijon in Frankreich
† 13. Dezember 1641 in Moulins in Frankreich



Johannas Vater, der Baron von Frémyot, war Präsident des burgundischen Parlaments. Er nahm sich, da er früh seine Frau verlor, um die Erziehung seiner Kinder an. Johanna erhielt bei der Firmung den zweiten Namen Franziska. 1592 heiratete sie, zwanzigjährig, den Baron Christoph von Chantal, mit dem sie acht Jahre in glücklicher Ehe lebte.

Als er infolge eines Jagdunfalls starb, stand Johanna Franziska mit ihren vier Kindern (zwei Kinder waren gleich nach der Geburt gestorben), einem großen Haus und einem unmöglichen Schwiegervater allein da. Die verzweifelte Witwe musste von ihrem Vater an ihre Pflichten erinnert werden. Ihr Gebet um Führung auf ihrem inneren Weg wurde erhört: 1604 begegnete sie dem Bischof Franz von Sales, als er in Dijon die Fastenpredigten hielt. Er lehrte sie, die Heiligkeit nicht in asketischen Übungen, sondern in der Erfüllung ihrer täglichen Pflichten zu suchen. Mit Franz von Sales war sie von da an in einer einzigartigen geistlichen Freundschaft verbunden, von der ein umfangreicher Briefwechsel zeugt.

Als ihre Kinder herangewachsen waren, gründete sie gemeinsam mit Franz von Sales den Orden von der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen), der 1618 bestätigt wurde. Die Ordensfrauen sollten ohne Klausur leben und mit dem Leben in Gemeinschaft und Gebet das „aktive“ Leben verbinden, vor allem sich der Mädchenerziehung widmen. Dieser Plan war seiner Zeit zu weit voraus und musste abgeändert werden. Franziskas nächste Jahre waren dem Aufbau des neuen Ordens und auch noch der Sorge um ihre Familie gewidmet. In den Leiden der letzten Lebensjahre gelangte sie zu ihrer letzten Freiheit und Reife. Sie starb am 13. Dezember 1641. Papst Benedikt XIV. sprach sie 1751 selig, von Papst Clemens XIII. wurde sie 1767 heilig gesprochen. Ihr ursprünglicher Gedenktag, der 12.12., wurde 2002 auf den heutigen Tag verlegt.

„Ich glaube, dass ich nichts mehr denken, wünschen und verlangen soll, außer was unser Herr mich denken, lieben und wollen lässt ... Ich fühle kein anderes Verlangen in der Spitze meines Geistes als das, den heiligen Willen Gottes in allen Dingen zu erfüllen. Mein Geist ist in seiner feinen Spitze in einer einfachen Einheit. Meine Seele möchte bei allem nur in dieser sehr einfachen Einheit des Geistes mit Gott bleiben, ohne ihren Blick anderswohin zu wenden, nur zuweilen ein Vaterunser laut beten für alle, für Einzelne, für sich selbst ...“ (Johanna Franziska von Chantal, Brief an Franz von Sales)



11.08.2018
Hl. Klara
Ordensgründerin
* 1194 in Assisi in Italien
† 11. August 1253 in ihrem Kloster San Damiano bei Assisi



Klara, 1194 in Assisi geboren, ließ sich vom Armutsideal des hl. Franziskus begeistern. Mit achtzehn Jahren verließ sie das Elternhaus, um dem Beispiel des Franziskus zu folgen. Am Palmsonntag 1212 erhielt sie von Franziskus im Portiuncula-Kirchlein das raue Bußkleid und legte die Ordensgelübde ab. Die Familie, vor allem der Vater, widersetzte sich heftig, gab aber schließlich nach. Später folgten zwei ihrer Schwestern und nach dem Tod des Vaters auch ihre Mutter Klaras Beispiel. Franziskus erwarb für sie das Klö­sterchen San Damiano; hier fanden die ersten „Klarissen“ ihre Heimat. Sie lebten in großer Strenge und äußerster Armut. Ihrer schwachen Gesundheit wegen konnte Klara ab 1224 das Bett nicht mehr verlassen, leitete aber tatkräftig ihren schnell sich ausbreitenden Orden. Schon aus dieser Zeit werden Wunder berichtet, die Klara bewirkt haben soll, etwa die Heilung hoffnungslos Kranker. Auch konnte Klara die Sarazenen, die 1240/41 Assisi belagerten, vertreiben: Sie ließ sich vors Tor tragen und hielt ihnen ein Reliquienkästchen (oder eine Monstranz) aus Silber entgegen, worauf die Belagerung abgebrochen wurde. Trotz ihres schmerzhaften Siechtums und vieler Prüfungen war sie immer fröhlich. Ihren längsten Kampf führte sie um die Anerkenung ihrer Ordensregel. Erst zwei Tage vor ihrem Tod erhielt sie die Bestätigung durch Papst Innozenz IV. Klara starb am 11. August 1253, 27 Jahre nach Franziskus. Ihr unverwester Leichnam ruht in der Kirche Santa Chiara in Assisi. Bereits am 15. Ausust 1255 erfolgte ihre Heiligsprechung durch Papst Alexander IV.

10.08.2018
Hl. Laurentius
Diakon, Märtyrer
* in Spanien (?)
† 10. August 258 in Rom



Der Diakon Laurentius ist einer der berühmtesten römischen Märtyrer. Er erlitt das Martyrium unter Kaiser Valerian, wahrscheinlich am 10. August 258. Die Basilika über seinem Grab an der Via Tiburtina (Straße nach Tivoli) ist eine der sieben Hauptkirchen von Rom. Laurentius ist der Patron der Armen, weil er als Diakon für die Armen zu sorgen hatte, die er als den wahren Schatz der Kirche ansah; Patron der Bibliothekare, weil er die Kirchenbücher zu verwalten hatte; Patron der Feuerwehrleute, der Köche und ähnlicher Berufe, die mit dem Feuer zu tun haben, weil er auf einem glühenden Rost gemartert wurde.



09.08.2018
Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein)
Ordensfrau, Märtyrin
* 12. Oktober 1891 in Breslau, heute Wrocław in Polen
† 9. August 1942 in Auschwitz, heute Oświęcim in Polen



Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als Kind jüdischer Eltern in Breslau geboren. Sie studierte (1916-1918 in Freiburg) Philosophie. Nach langem Suchen fand sie den durch ihre Studien verlorenen Gottesglauben wieder. Schließlich wandte sie sich der katholischen Kirche zu; ausschlaggebend dafür war die Lektüre der Autobiographie Teresas von Avila. Am 1. Januar 1922 wurde sie getauft. Ihren Lehrberuf und ihre wissenschaftliche Arbeit verstand sie fortan als Gottesdienst. 1933 trat sie in den Kölner Karmel ein. Im Sinne des von ihr gewünschten Ordensnamens Teresia Benedicta a Cruce (vom Kreuz) opferte sie ihr Leben für das deutsche und das jüdische Volk auf. Wegen der Judenverfolgung verließ sie Deutschland und fand am Silvestertag 1938 Aufnahme im Karmel von Echt in den Niederlanden. Am 2. August 1942 wurde sie von den nationalsozialistischen Machthabern verhaftet, in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Polen) deportiert und wahrscheinlich am 9. August durch Giftgas ermordet. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 1. Mai 1987 im Köln selig und am 11. Oktober 1998 in Rom heilig. Edith Stein ist mit der hl. Birgitta von Schweden Patronin Europas.



08.08.2018
Hl. Dominikus
Priester, Ordensgründer
* um 1170 in Caleruega bei Burgos in Spanien
† 6. August 1221 in Bologna in Italien




Dominikus wurde um 1170 in dem Dorf Caleruega in Kastilien geboren. Nach dem Studium der Philosophie und der Theologie wurde er bald Mitglied des Domkapitels von Osma. Schon früh zeigte sich seine Liebe zur Armut und zu den Armen, aber auch seine Vorliebe für das Gebet, die Betrachtung und das Studium. Zwei Reisen durch Europa erweiterten seinen Horizont und wurden entscheidend für sein weiteres Leben. Vor allem lernte er die Gefahr kennen, die der Kirche von verschiedenen Häresien drohte. Mit seinem Freund Didacus von Acevedo begann er, den Albigensern zu predigen, und als Didacus starb, übernahm Dominikus die Leitung des von diesem gegründeten Missionsinstituts in Toulouse (Südfrankreich). Bald fand er weitere Mitarbeiter; mit ihnen gründete er 1215 den Predigerorden, dessen Hauptaufgabe es war, durch Wort und Beispiel die Irrgläubigen zu bekehren. Der Orden, dem er die Regel des hl. Augustinus gab, wurde 1216 bestätigt. Er wurde in den folgenden Jahrhunderten zu einer der großen Erneuerungskräfte in der Kirche. Dominikus starb am 6. Au­gust 1221 in Bologna. Er wurde 1234 heilig gesprochen.

Während einer Hungersnot in Palencia verkaufte Dominikus alles, was er hatte, auch die teuren und ihm so notwendigen Bücher. „Wie könnte ich in diesen toten Büchern studieren, wenn ich weiß, dass lebende Menschen am Verhungern sind?“



07.08.2018
Hl. Xystus (Sixtus) II., Papst, und Gefährten
Märtyrer
* in Athen in Griechenland (?)
† 6. August 258 in Rom



Xystus (so die griechische Form, lateinische Umbildung Sixtus) war Papst von 257-258. Er fiel der Verfolgung des Kaisers Valerian zum Opfer, die sich vor allem gegen kirchliche Amtsträger richtete. Der heilige Bischof Cyprian von Karthago, der noch im gleichen Jahr dieser Verfolgung zum Opfer fallen sollte, berichtet, Xystus sei in der Kallistus-Katakombe mit vier Diakonen (darunter Laurentius, s. 10.8.) verhaftet und sogleich enthauptet worden.

Sixtus und Laurentius sind Kanonheilige, d.h. Heilige der katholischen Kirche, deren Namen im Messkanon, dem Hochgebet, genannt werden.



06.08.2018
Hl. Felicissimus und hl. Agapitus
Diakone, Märtyrer
† 258 in Rom



Felicissimus und der 15jährige Agapitus, beide Diakone des Papstes Sixtus II. (oder Xystus II, s. Gedenktag 7. 8.), wurden zusammen gefangen genommen und mit dem Schwert hingerichtet. Der Diakon Laurentius wurde daraufhin ebenfalls zum Martyrium geführt.

Agapitus' und Felicissimus' Grab war in den Katakomben des Prätestatus an der Via Appia; Papst Damasus I. ließ es mit einem prächtigen Scheinbaldachin schmücken, in dessen unterem Teil eine Marmorinschrift eingelassen war; sie wurde 1927 wieder gefunden beim Abriss der Kirche S. Nicola de' Cesarini. Papst Gregor IV. schenkte ihre Gebeine im 9. Jahrhundert Abt Gotzbald von Niederaltaich, der sie seiner Kirche in Isarhofen übereignete.



05.08.2018
Hl. Oswald
König von Northumbrien, Märtyrer
* um 604 in Northumbrien in England
† 5. August 642 in Oswestry in England



Oswald war der Sohn des Königs Æthelfrith von Bernicia und dessen Frau Acha von Deira. Nachdem sein Vater bei einem Aufstand getötet wurde, flüchtete er in das von Kolumban dem Älteren gegründete Kloster Hy auf Iona, wo er die Taufe empfing. 634 eroberte er in der Schlacht von Heavenfield mit einem Sieg über den Briten Cadwallon, den König von Gwynedd, die Herrschaft wieder; an dem von Oswald vor dieser Schlacht errichteten Kreuz sollen sich Wunder ereignet haben. Die Briten waren den angelsächsischen Einwanderern nun endgültig unterlegen; Oswald wurde König von Northumbrien und herrschte auch über Briten, Pikten und Schotten.

Oswald führte nun mit Hilfe von Mönchen das Christentum ein. Die Legende berichtet von seiner Krönung, dass das Chrisamöl fehlte; ein Rabe brachte das Öl in kostbarem Gefäß mit versiegeltem Brief, Petrus sende es und habe es selbst geweiht; ein anderer Rabe trug einen Ring herzu. Dieser Rabe vermittelte auch Brief- und Ringtausch mit der Königstochter, die Oswald nach schwerem Kampf mit ihrem heidnischen Vater heimführen und heiraten konnte.

Als Missionsmittelpunkt gründete Oswald zusammen mit Bischof Aidan 635 das Kloster Lindisfarne. Die Legenden erwähnen besonders Oswalds Mildtätigkeit: Bei einem Gastmahl wurde ihm berichtet, dass Arme um Gaben bittend vor dem Tore stehen - er ließ alle Speisen hinausreichen und zerstückelte die silberne Platte, auf der sie angerichtet waren, um auch noch diese Stücke verteilen zu können. Oswald starb im Kampf mit dem heidnischen König Penda von Mercien in der Schlacht bei Maserfield im heutigen Oswestry. Dieser ließ den königlichen Leichnam verstümmeln und so zur Schau stellen.

Oswalds Kopf wurde auf dem Friedhof in Lindisfarne beigesetzt. Seine Hände und Arme kamen nach Bamburgh, wo der rechte Arm in einem Silberschrein gemäß einer Prophezeiung von Aidan niemals verweste. Der verstümmelte Leichnam wurde dem Kloster Bardney übergeben, wo ihn die Mönche erst einließen, als eine Lichtsäule auf wunderbare Weise über ihm erschien. Hier ereigneten sich viele Wunder. König Offa von Mercien ließ das Grab schmücken. 909 wurden Oswalds Überreste von Bardney nach Gloucester überführt.

Die nach Zentraleuropa ausgesandten Missionare aus dem Kloster Lindisfarne verbreiteten hier sein Andenken. Willibrord bezeugte Oswalds Ruhm und Wunder in Irland und Friesland. Viele Reliquien werden in Kirchen auf dem Festland aufbewahrt, so in Bergues, wo der Mönch Drogo im 11. Jahrhundert eine Lebensgeschichte verfasste. Verehrung erfuhr Oswald auch in Süddeutschland, wo ihn mittelhochdeutsche Dichtungen priesen. Eine bedeutende Reliquie befindet sich in Hildesheim. In den Alpenländern gilt Oswald als Nothelfer und gehört zu den Wetterherren: je nach Wind an seinem Jahrestag richten sich Ernte und Aussaat.

Eine ausführliche Lebensgeschichte verfasste Beda und schildert Oswald als mustergültigen König und königlichen Heiligen. Reginald von Durham ergänzte Beda um einige legendarische Einzelheiten, so die Wunder am Todesort Oswestry.

04.08.2018
Hl. Johannes Maria Vianney
Pfarrer von Ars
* 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon in Frankreich
† 4. August 1859 in Ars-sur-Formans bei Lyon in Frankreich



Der heilige Pfarrer von Ars wurde am 8. Mai 1786 in der Nähe von Lyon geboren. Seine Jugend fällt also in die Zeit der Französischen Revolution. Die erste hl. Kommunion empfing er bei verschlossenen Fensterläden in seinem Elternhaus. Johannes Maria war „von Natur aus fromm“, schon als Kind spielte er gern Priester und hielt kleine Predigten. Zunächst arbeitete er auf dem Bauernhof seiner Eltern, doch er wollte Priester werden. Die Erlaubnis dazu musste er seinem Vater abringen. Mit 19 Jahren begann er schließlich zu studieren. Das Lernen fiel ihm, der nun mit viel Jüngeren auf der Schulbank sitzen musste, schwer. Auch das Studium war hart für ihn; abstrakte Theorien wollten einfach nicht in seinen Kopf. Er mühte sich und quälte sich, um sein Ziel zu erreichen. Pfarrer M. Balley, der ihm schon zu Anfang Privatstunden gegeben hatte, um ihn vorzubereiten, half ihm, so gut es ging. Nur wegen seiner großen Frömmigkeit wurde Johannes Maria Vianney, der ein priesterliches Vorbild für alle künftigen Generationen werden sollte, schließlich zum Priestertum zugelassen (1815). Es waren nicht intellektuelle Fähigkeiten, sondern eine mächtige Geisteskraft ganz anderer Art, die ihn zu dem werden ließ, der er schließlich geworden ist. Als ein Mitbruder einem Bischof sagte, der Pfarrer von Ars gelte als „reichlich ungebildet“, antwortete dieser: „Ob er ungebildet ist oder nicht, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass der Heilige Geist Wert darauf legt, ihn zu erleuchten.“

Zunächst wurde er Kaplan bei seinem Lehrer Balley, einem ebenfalls heiligmäßigen Mann, in Ecully. Schon damals strömten die Menschen in die Kirche, um Vianney zu hören, obwohl er angeblich nicht sehr redegewandt war, und es bildeten sich Schlangen vor seinem Beichtstuhl. Man fühlt sich an Paulus erinnert, dessen Botschaft und Verkündigung „nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte“ war, sondern „mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden“ (1 Kor 2,4). Doch beim Tod von Balley wurde nicht er, wie die Gemeinde es wünschte, sein Nachfolger, sondern er wurde nach Ars versetzt, ein Dorf ohne Pfarrer, in dem das Glaubensleben darniederlag; die Kirche war verwahrlost, der Tabernakel leer. Vianney war entschlossen, das Dorf zu Gott zurückzuführen, einerseits durch Ermahnung, andererseits durch Buße - die er selbst tat! Als erstes verschenkte er bis auf Weniges alle Einrichtungsgegenstände des Pfarrhauses, schlief auf einem Brett, geißelte sich, fastete bis zum körperlichen Zusammenbruch. Um Mitternacht stand er auf und betete in der Kirche, bis es Zeit für die Morgenmesse war. Sein Beispiel und seine Predigten, die eben nicht aus klugen Theorien bestanden, sondern aus seiner bedingungslosen Frömmigkeit und seiner Menschenliebe gespeist waren, zogen die Menschen an. Sie kehrten zum Glauben zurück, sie kamen zur Messe, zur Beichte, zum Gebet, sie unterstützten ihn bei seinen Werken der Frömmigkeit und Barmherzigkeit. Bei Tag und Nacht war er als Beichtvater, Prediger und Seelenführer tätig. Persönlich war er bedürfnislos, aber für Gott war ihm nichts gut genug. Seine eigene Soutane trug er ein ganzes Leben, bis sie buchstäblich zerfiel, aber für die Feier der Eucharistie suchte er die schönsten Messgewänder zu bekommen; der Kirche verschaffte er einen neuen Hochaltar, und sie und wurde schön ausgeschmückt.

Der Ruf seiner Heiligkeit verbreitete sich, von nah und fern kamen die Menschen, einfache und intellektuelle, bekannte und unbekannte, reiche und arme, und selbst Bischöfe reihten sich geduldig in die Schlange der Wartenden ein. Nicht selten saß er 16-18 Stunden im Beichtstuhl. Oft wurde er nachts in seinem spärlichen Schlaf von seltsamen Phänomenen geplagt, fürchterlichen Geräuschen und Gebrüll, aber auch tätlichen Angriffen. Er identifizierte sie als satanische Angriffe, und seine Erfahrung zeigte ihm, dass das immer dann geschah, wenn ein großer Sünder auf dem Weg zu ihm war, um sich zu bekehren. Aber auch die Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen und die Waisen lagen ihm am Herzen; für sie gründete er Schulen und ein Heim und mühte sich unermüdlich um den Unterhalt dieser Einrichtungen. Dabei fühlte er, der eine große Ehrfurcht vor dem Priestertum hatte, sich in seinem Beruf immer wieder unsicher und wäre gern in einen kontemplativen Orden eingetreten, traf gelegentlich auch Anstalten dazu, aber die Sorge um seine Gemeinde behielt immer die Oberhand. In den letzten Monaten seines Lebens, er war schon sehr schwach und krank, kamen 100 000 Pilger nach Ars. Bis fünf Tage vor seinem Tod predigte er und hörte Beichte. Seinen Tod Anfang August hatte er vorausgesagt, aber nicht einmal auf seinem Sterbebett hatte er die Ruhe und Stille, die er sich immer gewünscht hatte. Die Menschen umringten ihn und verlangten seinen Segen.

Am 18. Januar 1905 wurde er seliggesprochen. Am 31. Mai 1925 sprach Papst Pius XI. ihn heilig und erklärte ihn zum Patron der Priester.

„Der Mensch ist so groß, dass nichts auf der Erde ihm genügen kann. Nur wenn er sich Gott zuwendet, ist er zufrieden. Zieh einen Fisch aus dem Wasser: er wird nicht leben können. Das ist der Mensch ohne Gott.“ (Johannes Maria Vianney, zitiert nach dem Schott-Messbuch)



03.08.2018
Hl. Lydia
Erste Christin in Europa
* in Thyatira, dem heutigen Akhisar in der Türkei
† Ende des 1. Jahrhunderts (?) in Philippi, heute Ruinen bei Krinides in Griechenland (?)



Von Lydia wissen wir aus der Apostelgeschichte. Sie war Purpurhändlerin in Philippi - heute Ruinen bei Krinides. Sie nahm Paulus, der gerade erst aufgrund einer Vision nach Europa übergesetzt hatte, in ihrem Haus auf (Apg 16, 14 - 15), bekehrte sich „mit allen, die zu ihrem Haus gehörten“, d.h. nicht nur mit Familienangehörigen, sondern auch Bediensteten und Sklaven, zum Christentum und war damit die erste Christin in Europa. In ihrem Haus versammelte sich dann die Christengemeinde von Philippi (Apg 16, 40).



02.08.2018
Hl. Eusebius von Vercelli
Erster Bischof von Vercelli, Märtyrer (?)
* um 283 auf Sardinien in Italien
† 1. August 371 (?) in Vercelli in Italien



Eusebius, der erste Bischof von Vercelli (Piemont), stammte aus Sardinien. Er erhielt seine Ausbildung in Rom und wurde dort Kleriker. 345 wurde er zum Bischof von Vercelli geweiht. Wie Athanasius von Alexandrien und Hilarius von Poitiers war Eusebius ein Verfechter des nikänischen Credos gegen die arianische Irrlehre. Eine vom arianischen Kaiser Konstantius beherrschte Synode von Mailand schickte ihn 355 in die Verbannung. Erst 363 kehrte er wieder in seine Diözese zurück, wo er am 1. August 371 starb. Er hat als erster abendländischer Bischof seinen Klerus zum gemeinsamen Leben unter einer Regel veranlasst.

Was vor Gott recht ist

„Ich habe beschlossen, möglichst bald nach Mailand zu kommen. Wenn ich in deiner Gegenwart bin - das verspreche ich dir -, werde ich all das tun, was ich als gut erkenne und was vor Gott recht ist.“
(Eusebius an den arianischen Kaiser)



01.08.2018
Hl. Alfons Maria von Liguori
Bischof von Sant' Agata de Goti bei Neapel, Ordensgründer, Kirchenlehrer
* 27. September 1696 in Marianella, dem heutigen Stadtteil von Neapel
† 1. August 1787 in Nocera dei Pagani bei Neapel in Italien



Der hl. Alfons starb, fast 91 Jahre alt, am 1. August 1787. Er stammte aus der alten Familie de‘ Liguori in Neapel. Mit sechzehn Jahren war er bereits Doktor der beiden Rechte und wurde dann ein vielbegehrter Rechtsanwalt. Weil er bald sah, dass es in diesem Beruf kaum zu vermeiden war, manchmal das Unrecht zu verteidigen, beschloss er, Priester zu werden. Er war dreißig Jahre alt, als er 1726 zum Priester geweiht wurde. Seine Erfahrungen in der apostolischen Arbeit veranlassten ihn, die „Kongregation des allerheiligsten Erlösers“ (Redemptoristen) zu gründen. Sie sollte vor allem den unteren Volksschichten in ihrer geistig-religiösen Verlassenheit zu Hilfe kommen. Mit dieser Gründung stieß er auf starken Widerstand, auch von kirchlicher Seite, aber 1749 wurde die Regel von Papst Benedikt XIV. bestätigt. Alfons blieb der fromme Ordensmann und strenge Asket, auch als er 1762 Bischof von S. Agata de‘ Goti (im Königreich Neapel) wurde. Er verbrachte die meiste Zeit auf der Kanzel oder im Beichtstuhl. Er verfasste auch über hundert religiöse Schriften. Seine „Moraltheologie“ und seine Unterweisungen für Beichtväter haben großen Einfluss ausgeübt. Alfons wurde 1839 heilig gesprochen. 1871 zum Kirchenlehrer erhoben.

„Die wahre Frömmigkeit besteht darin, dass man seine Pflicht erfüllt.“

„Seien Sie überzeugt, dass auf die Nacht der Tag folgt. Aber der Tag, nach dem wir in diesem Leben allein verlangen sollen, ist der, an dem wir Gott von Angesicht zu Angesicht schauen und lieben werden.“ (Alfons Maria von Liguori)



31.07.2018
Hl. Ignatius von Loyola
Ordensgründer, Mystiker
* 24. Dezember (?) 1491 auf Schloss Loyola, dem heutigen Kloster San Ignacio in Loyola (baskisch: Loiola) bei Azcoitia in Spanien
† 31. Juli 1556 in Rom



Ignatius, der Gründer des Jesuitenordens, wurde 1491 auf Schloss Loyola (Nordspanien) geboren. Sein Taufname war Inigo; er selbst hat ihn später in Ignacio umgeändert, aus Verehrung zum Märtyrerbischof Ignatius von Antiochien. Ignatius schlug die militärische Laufbahn ein, wurde aber 1521 bei der Verteidigung von Pamplona schwer verwundet. Auf dem langen Krankenlager vollzog sich in ihm ein tiefer Wandel. Er ging nach Montserrat und legte beim Abt des Klosters eine Lebensbeichte ab. Dann lebte er in einer Höhle bei Manresa, wo er strenge Buße tat und auch sein berühmtes Exerzitienbüchlein entwarf. Nach einer Wallfahrt ins Heilige Land begann der Zweiunddreißigjährige Latein zu lernen, studierte dann in Barcelona, Alcalá und Salamanca, zuletzt in Paris, wo er die geistigen Strömungen der Zeit kennen lernte und wo er 1534 mit sechs Freunden - Studenten wie er - die Gesellschaft Jesu gründete. Nach seiner Priesterweihe (1537) wurde Ignatius zum Generaloberen des Ordens gewählt; der Orden wurde 1540 von Papst Paul III. bestätigt. Da sich der Orden ganz der apostolischen Arbeit widmen sollte, wurde auf Chorgebet und Ordenstracht verzichtet - damals eine große Neuerung. Der Orden entwickelte sich rasch und gewann großen Einfluss auf das religiöse Leben der folgenden Jahrhunderte. Ignatius starb am 31. Juli 1556 in Rom. Er wurde 1622 heilig gesprochen.

„Der Geist der Gesellschaft

ist es, in aller Einfachheit und Niedrigkeit von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort zu ziehen, ohne sich an einen bestimmten Platz binden zu lassen ... Wollten wir diese Einfachheit verlassen, es wäre gleichbedeutend mit der Zerstörung unseres Ordensgeistes.“

„Solange die Gesellschaft in diesem Geist verharrte, hat sich der Herr ihrer in ganz besonderer Weise bedient, zum großen geistlichen Nutzen für die Seelen. Wenn auch in deutschen Landen das Erdreich härter befunden wurde, in anderen trägt es umso reichere Ernte.“ (Ignatius, Brief an König Ferdinand I.)



30.07.2018
Hl. Petrus Chrysologus
Erzbischof von Ravenna, Kirchenlehrer
* um 380/400 im damaligen Forum Cornelii beim heutigen Imola in Italien
† 3. Dezember (?) 450 daselbst



Petrus, wegen seiner Rednergabe „Chrysologus“ („der mit den goldenen Worten“) genannt, wurde um 380 in Imola (Provinz Bologna) geboren. Über sein Leben gibt es nur spärliche Nachrichten. Er wurde zwischen 424 und 429 Bischof von Ravenna, der damaligen Residenzstadt des Weströmischen Reichs. Er hatte gute Beziehungen zur Kaiserin Galla Placida und zu Papst Leo d. Gr. Dem Irrlehrer Eutyches gegenüber betonte er die Autorität des römischen Bischofs als des Nachfolgers des Apostels Petrus. Wegen seiner glänzenden Predigten wurde er als zweiter Johannes Chrysostomus gefeiert. Er starb in seiner Heimat Imola am 3. Dezember 450. Einer seiner Nachfolger in Ravenna gab 176 gesammelte Predigten des Petrus Chrysologus heraus, von denen die meisten echt sind. In ihnen spiegeln sich die christologischen Auseinandersetzungen in der Zeit zwischen dem Konzil von Ephesus und dem von Chalkedon, aber auch allgemein die Probleme und Auffassungen jener Zeit wider.

„Christus ist gekommen, um unsere Schwachheit anzunehmen und uns seine Kraft zu geben; er hat für sich das Menschliche gesucht, um uns das Göttliche zu gewähren.“


29.07.2018
Hl. Marta
Jüngerin Jesu
* um 1 (?) in Betanien, heute al-Eizariya in Palästina
† im 1. Jahrhundert, nach der Legende bei Marseille oder in Tarascon in Frankreich



Nach dem Johannesevangelium war Marta die Schwester des Lazarus und der Maria von Betanien. Jesus war ein gern gesehener Gast im Haus der beiden Schwestern (vgl. Joh 11, 5). Marta scheint die Ältere gewesen zu sein; jedenfalls war sie es, die sich energisch um alles kümmerte (Lk 10, 40). Aber als sie sich beklagte, dass Maria ihr nicht half, sagte Jesus zu ihr: „Nur eines ist notwendig“ (Lk 10, 42; vgl. dazu auch unten „Maria von Betanien“). Zu Marta sagt Jesus aber auch, nachdem Lazarus gestorben war, das Wort: „Ich bin die Auferstehung und das Leben ...“, und fragt sie: „Glaubst du das?“ (Joh 11, 25-26). Darauf antwortet Marta mit ihrem Bekenntnis zu Jesus als dem Messias und Gottessohn (Joh 11, 27). Es ist das einzige klare Messiasbekenntnis im Neuen Testament neben dem Messiasbekenntnis des Petrus in Cäsarea Philippi (Mt 16,16).


Hl. Maria von Betanien
Jüngerin Jesu
* um 1(?) in Betanien, heute al-Eizariya in Palästina
† im 1. Jahrhundert (?)

Maria war die Schwester der Marta und des Lazarus, der von Jesus nach drei Tagen vom Tod wiedererweckt wurde. Die drei Geschwister waren mit Jesus freundschaftlich verbunden. Als die Schwestern Jesus in ihrem Haus aufnehmen, setzt sich Maria Jesus zu Füßen und hört seine Lehre, was Marta veranlasst, sich bei Jesus zu beklagen, dass ihre Schwester sie bei der Vorbereitung des Gastmahls im Stich lasse. Jesus weist Marta darauf hin, dass sie sich zwar viel sorge, aber Maria „das Bessere“ erwählt habe. Man hat in den beiden Frauen deshalb meist Sinnbilder für die beiden Seiten des christlichen Lebens gesehen: Marta steht für die vita activa (das aktive Leben) und Maria für die vita contemplativa (das betrachtende Lebens, ein Lebens im Gebet). Doch eigentlich geht es nicht um einen Gegensatz zwischen tätiger Nächstenliebe und Leben in Stille und Gebet; Jesus mahnt Marta nur, bei ihrer Arbeit und Sorge nicht IHN aus den Augen zu verlieren, der selbst „das Bessere“ ist; in diesem Sinn hat Maria „das Bessere erwählt“. (Lk 10, 38 - 42).

Nach dem Johannesevangelium salbte Maria Jesus die Füße mit kostbarem Öl und trocknete sie mit ihren Haaren, als er im Haus der Geschwister eingeladen war (Joh 12, 1-8). So brachte sie Jesus kurz vor seiner Kreuzigung große Ehrerbietung entgegen. Auf Kritik über diese „Verschwendung“ antwortet Jesus, sie tue es für den Tag seines Begräbnisses. Auch das Markusevangelium (14, 3 - 9) und das Matthäusevangelium (26, 6 - 13) berichten, dass eine Frau Jesus salbte, was Proteste der Jünger, aber Anerkennung durch Jesus erfuhr - hier aber bleibt die Frau namenlos, für ihre Identifizierung mit Maria von Bethanien spricht nichts.

Ist es eine Verwechslung, dass Johannes Maria von Betanien zusammenbringt mit der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße salbte (vgl. Lk 7, 37 - 38)? Später wurde auch Maria Magdalena mit der ungenannten Sünderin identifiziert; die Verknüpfung der drei Frauen zu einer Person wurde schon 373 im Kommentar von Ephraim dem Syrer vollzogen. Origines trennte die Figuren, aber Papst Gregor der Große hat die Zusammenschau in seinen Auslegungen wieder bestätigt; sie ging von da in die Legenden und Vorstellungen ein.

Zu den Legenden über das weitere Schicksal der Maria von Betanien und ihre Verehrung siehe deshalb bei Maria Magdalena.


Hl. Lazarus von Bethanien
von den Toten Auferweckter, Bischof von Kìtion (?)
* in Bethanien, heute al-Eizariya in Palästina
† im 1. Jahrhundert in Jerusalem
oder in Kítion, heute Lárnaka auf Zypern (?)
Lazarus war der Bruder von Maria und Martha, ein Freund Jesu. Als Jesus erfuhr, dass Lazarus gestorben war, weinte er über dessen Tod; als Jesus nach vier Tagen nach Bethanien kam, wurde Lazarus von ihm von den Toten auferweckt (Johannes 11, 1 - 45). Lazarus war später bei einem Mahl in Betanien anwesend, das für Jesus gegeben wurde; viele Leute kamen, um den Geretteten zu sehen. (Johannes 12, 1 - 3).

In Bethanien - das später nach ihm Lazarion genannt wurde, dieser Name ist im arabischen al-Eizariya bewahrt - ist ein Lazarus-Grab schon im 4. Jahrhundert bezeugt: an dieser Stelle habe er die vier Tage bis zu seiner Auferweckung gelegen. Am Samstag vor Palmsonntag findet jährlich eine Prozession von Jerusalem nach Bethanien statt; auch in Frankreich, Spanien und Italien wurde sein Fest früher am Palmsonntag begangen. Lazarus ist schon in den frühesten Darstellungen der Katakombenmalerei und auf den frühchristlichen Sarkophagen als Symbol für die den Tod überwindende Kraft besonders häufig dargestellt.

Anderen Legenden zufolge war Lazarus nach seiner Auferweckung nach Kítion - dem heutigen Lárnaka - auf Zypern umgesiedelt. Als Paulus zusammen mit Barnabas nach Zypern kam, traf er Lazarus und setzte ihn als Bischof ein; so wurde er der erste Bischof der Stadt. 890 fand man dort einen Sarkophag mit der Aufschrift Lazarus, der Freund Christi; unter Kaiser Leo VI. - er regierte von 886 bis 912 - wurde über der Fundstelle eine Lazarus geweihte Kirche errichtet, heute die Hauptkirche von Lárnaka *. Der Sarkophag in der Krypta ist inzwischen leer, die Gebeine wurden 898, also schon bald nach ihrer Entdeckung, nach Byzanz - dem heutigen Ístanbul - gebracht und von dort durch Kreuzfahrer im Jahr 1204 nach Marseille verschleppt. Darauf zurück gehen Legenden von Lazarus als Bischof von Marseille; diese Reliquien verehrt man heute in Autun.

Am Samstag vor Palmsonntag feiert die orthodoxe Kirche den Lazarus-Samstag, in Lárnaka ist er mit einem großen Kirchweihfest verbunden. An diesem Tag wird die Urne, die angeblich Lazarus' Kopf enthält, auf den Schrein gestellt, in dem sie das Jahr über aufbewahrt ist, so dass die Gläubigen sich unter den Baldachin des Schreins beugen und die Urne küssen können. Seit 1965 wird an diesem Tag auch wieder die Ikone in feierlicher Prozession durch die Straßen getragen.



28.07.2018
Hl. Innozenz I.
Papst
* in Albano bei Rom in Italien
† 12. März 417 in Rom



Innozenz I. wurde wohl 401 Papst. Kurz darauf setzte er sich erfolglos mit vielen Vertretern des Abendlandes für Johannes Chrystostomus, den Patriarchen von Konstantinopel, ein, der 403 auf der Eichensynode abgesetzt und daraufhin vom Kaiser in die Verbannung geschickt worden war.

Innozenz war der erste politische Bischof von Rom, aber auch er konnte trotz Verhandlungen die Eroberung und Plünderung Roms durch Westgotenkönig Alarich I. im Jahr 410 nicht verhindern; Alarichs Truppen verschonten als arianische Christen aber kirchliche Bauwerke und die dort Schutz suchenden Menschen. Innozenz arbeitete zielbewusst am Ausbau der Vorrangstellung Roms in der Gesamtkirche, beanspruchte die oberste Lehrentscheidung in allen wichtigen Fragen, bekräftigte die Vorrangstellung der Bischöfe von Rom und forderte, die Kirchendisziplin in der ganzen Kirche nach römischem Vorbild auszurichten. Er wirkte in diesem Sinne auch in der östlichen Kirche und setzte mit Geschick den Anspruch Roms über die ganze Kirche durch.



27.07.2018
Hl. Pantaleon
Arzt, Märtyrer, Nothelfer
* 2. Hälfte 3. Jh. in Nikomedia, dem heutigen Ízmit in der Türkei
† 305 (?) daselbst



https://www.gloria.tv/article/UFov2UcdHDwx6hLwTUJVzRPbS
Pantaleon war Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter. Schon als Kind erkannte er seine Heilkräfte, er wurde in der Arzneikunst ausgebildet und von einem weisen Priester namens Hermolaus bekehrt und getauft. Als er im Beisein seines Vaters durch Anrufung Christi einen Blinden sehend machte, bekehrte sich der Tradition nach auch der Vater.

Kaiser Maximian wählte sich den Heilkundigen als Leibarzt. Als Pantaleon dessen Frau erzählte, dass er Christ sei und versuchte, auch sie zu bekehren, wurde das Gespräch belauscht, Pantaleon beim Kaiser denunziert. Der soll daraufhin abgedankt und sich freiwillig in die Verbannung begeben haben.

Der Nachfolger ließ Pantaleon verhaften und anklagen, aber seine Standhaftigkeit konnte auch durch Geißelung, Gebranntwerden, Hunger und andere Martern nicht erschüttert werden; schließlich spaltete ein Schwertschlag, der ihn enthaupten sollte, dem an einen Ölbaum gebundenen Pantaleon das Haupt. Aus seiner Wunde sei danach kein Blut, sondern Milch geflossen. Dass ihm die Hände mit einem Nagel auf dem Kopf festgehalten wurden, begegnet in Darstellungen vom 15. Jahrhundert an.

Die Verehrung Pantaleons begann schon im 4. Jahrhundert, die Ostkirche verehrt ihn als Großmärtyrer, er gehört dort zu den heiligen Ärzten. 550 ließ Kaiser Justinian zu Ehren von Pantaleon in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - eine Kirche bauen. Um 800 kam sein Kopf der Überlieferung nach nach Lyon, seit 972 werden Reliquien in Köln in der von Bischof Bruno erbauten Kirche St. Pantaleon verehrt, weitere sind in Lyon, Genua, Arles, Ravenna, Venedig, Andechs, Salem, Zwiefalten und anderswo. Pantaleon-Ampullen, die von der aus ihm geflossenen Milch enthalten sollen, gibt es u. a. in Bari, Neapel, Venedig und Madrid. Seit dem Mittelalter ist er einer der 14 Nothelfer.



26.07.2018
Hl. Joachim
Vater der Gottesmutter Maria
* in Galiläa (?) in Israel
† vor 1 (?) in Jerusalem (?) in Israel

Hl. Anna
Mutter der Gottesmutter Maria
† vor 1 (?) in Israel



Die Eltern Marias (die Großeltern Jesu) werden im Neuen Testament nicht erwähnt (auch nicht im Stammbaum Jesu: Mt 1; Lk 3). Die Namen Joachim und Anna werden zum ersten Mal gegen das Jahr 200 n. Chr. in einer Schrift genannt, die vor allem der Verehrung Marias dienen will. Der Name Anna (Hanna) erinnert an die Mutter Samuels (1 Sam 1), die von ihrem Mann geliebte und von Gott begnadete Frau. Die Verehrung der heiligen Mutter Anna hat sich in der abendländischen Kirche vor allem seit dem 10. Jahrhundert ausgebreitet, die des heiligen Joachim seit dem 16. Jahrhundert. Erst das neue Römische Missale feiert die Erinnerung an beide gemeinsam am 26. Juli (früher: Joachim am 16. August, Anna am 26. Juli).



25.07.2018
Hl. Jakobus
Apostel, Märtyrer
* am See Genezareth in Galiläa, dem heutigem Jam Kinneret in Israel
† um Ostern 44 in Jerusalem in Israel



Jakobus, Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome, war der ältere Bruder des Apostels Johannes. In den Evangelien fallen die beiden Zebedäussöhne wiederholt auf. Wegen ihres ungestümen Temperaments (vgl. LK 9, 52-54) hat Jesus sie „Donnersöhne“ genannt (Mk 3, 17). Jakobus war Zeuge der Verklärung Jesu und auch seines Gebets am Ölberg. Als Erster der Zwölf erlitt er den Märtyrertod; König Herodes Agrippa I. ließ ihn ums Jahr 44 mit dem Schwert hinrichten. Nach alter spanischer Überlieferung soll sein Leib in Santiago de Compostela begraben sein.


Thomas von Kempen
Prior in St. Agnetenberg, Priester
* Ende 1379 bis Mitte 1380 in Kempen am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen
† 1. Mai oder 25. Juli 1471 in St. Agnetenberg bei Zwolle in den Niederlanden



Thomas Hemerken kam 1392 nach Deventer in den Konvikt der Brüder vom gemeinsamen Leben; hier erlebte er die Anfänge der Devotia moderna, der modernen Hingabe, einer Frömmigkeitsbewegung, die ein praktisches Christentum der helfenden Liebeswerke in der Welt an Stelle des seitherigen klösterlichen Ideals vertrat und in manchem Gedanken der späteren Reformation von Martin Luther vorwegnahm. Unter dem Ordensnamen Donat trat er 1399 als Augustiner-Chorherr in das im Jahr zuvor gegründete Kloster Sint Agnetenberg bei Zwolle ein, legte 1407 die Profess ab und wurde 1414 zum Priester geweiht.

Thomas wurde mehrfach Prior seines Klosters und damit zugleich Novizenmeister. Er gilt als herausragender Vertreter der Devotio moderna und verfasste berühmte Schriften, darunter 1420 die noch heute bekannten und viel gelesenen vier Bücher der Imitatio Christi, der (nachahmenden) Nachfolge Christi: Abkehrung von weltlichen Verlockungen und Hinwendung zu Gott führt zu einem Leben nach dem Vorbild Christi. Er hinterleß fast 40 weitere asketisch-spirituelle Schriften, einige fanden als Erbauungsliteratur weite Verbreitung. Alle seine Werke wurden noch im 15. Jahrhundert in der neuen Technik des Druckes verbreitet, die Gesamtausgabe wurde allein 1601 bis 1759 neun Mal aufgelegt.



24.07.2018
Hl. Christophorus
Märtyrer, Nothelfer
* in Kanaan
oder in Lykien in der heutigen Türkei
† um 250 (?) in Lykien in der heutigen Türkei (?)



Über das Leben des Märtyrers Christophorus ist nicht viel bekannt. Er hat in Kleinasien vermutlich unter Kaiser Decius (um 250) das Martyrium erlitten. In Chalkedon wurde ihm 452 ein Kirche geweiht. Auch in der abendländischen Kirche wurde Christophorus viel verehrt. Er gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Aus seinem Namen (Christophorus - Christusträger) hat sich die Legende entwickelt, er habe auf seinen Schultern das Christuskind über einen Fluss getragen.



23.07.2018
Hl. Birgitta von Schweden
Ordensgründerin, Mystikerin
* um 1303 in Finsta bei Uppsala in Schweden
† 23. Juli 1373 in Rom



Birgitta (Brigitta), aus dem edlen Geschlecht der Folkunger, wurde 1303 (oder 1302) in Finstad bei Uppsala geboren. Es war das Jahr, in dem Papst Bonifaz VIII. und die hl. Gertrud die Große starben. 1316 vermählte sich Birgitta mit dem Edlen Ulf Gudmarsson. Der glücklichen Ehe entsprossten acht Kinder, darunter die hl. Katharina von Schweden. Der Tod ihres Mannes, den sie „liebte wie ihr eigenes Herz“, bedeutete die große Wende in ihrem Leben. Mit Hilfe des schwedischen Königs gründete sie um 1346 in Vadstena das erste Kloster des Birgittenordens, auch „Erlöserorden“ genannt, weil Christus selbst der hl. Birgitta den Wortlaut der Regel und die Angaben für den Bau der Kirche mitgeteilt haben soll. Der Orden, vor allem zur Sühne für die Sünden des Landes und zur Verehrung des Leidens Christi gegründet, erlangte große Bedeutung für die religiöse und literarische Kultur des Nordens. Birgitta selbst ging, einer inneren Stimme gehorchend, 1349 nach Rom. Sie verbrachte die letzten 24 Jahre ihres Lebens in Italien, bemühte sich um die Reform der Kirche und (vergeblich) um die Rückkehr des Papstes aus Avignon nach Rom. Birgitta hatte von Jugend an mystische Gnaden und Offenbarungen, die sie in schwedischen Sprache niederschrieb.